Davide und Michelangelo Saitta im Saittavini // Fotos: Jochen Rolfes

Vater und Sohn Saitta: auf beiden Seiten der Luegallee

Nur rund 200 Meter liegen in Oberkassel zwischen den beiden Restaurants, die Vater und Sohn betreiben. Auf der einen Seite der Luegallee das Saittavini, seit 1998 eine feste Adresse für gehobene italienische Gastronomie in Düsseldorf. Auf der anderen Seite kurz hinter der Oberkasseler Brücke das Prinzinger by Saittavini, das seit 2014 die Handschrift der nächsten Generation trägt.

Das Prinzinger by Saittavini am Luegplatz in Oberkassel // Foto: Sascha Perrone

Vater Michelangelo Saitta kam als Kind nach Düsseldorf. Sein Vater war Gastarbeiter aus Sizilien, baute Lebensmittelläden auf. Michelangelo machte daraus 1998 ein Restaurant, das bis heute für eines steht: gepflegtes Essen, internationales Publikum und treue Stammgäste. Rund 60 Menschen arbeiten für die Saittas. Michelangelo nennt sie seine „60 Familien“. Sohn Davide half schon mit 12 Jahren im Restaurant aus und entdeckte dabei seine Freude an der Gastronomie. Nach dem Abitur entschied er sich gegen ein Studium. „Ich wollte lieber loslegen und möglichst schnell ein eigenes Restaurant führen“, erzählt er. 2014, mit nur 22 Jahren, war die Gelegenheit da. Das Prinzinger, eine Gaststätte in einem denkmalgeschützten Jugendstilgebäude, suchte einen neuen Besitzer, Davide schlug ein.

Historischer Charme trifft moderne Eleganz: das Prinzinger by Saittavini in Oberkassel. // Foto: Sascha Perrone

Internationale Spitzenküche

Beim Umbau legte er die alten Stuckdecken frei, tauschte die großen Fenster aus, setzte bei der Inneneinrichtung auf Weiß, Anthrazit, Schiefer und mattes Kupfer. So wurde aus dem traditionellen Prinzinger ein modernes Prinzinger by Saittavini, der Zusatz war Davide wichtig. Gemeinsam mit seinem Küchenchef setzt Davide auf eine anspruchsvolle internationale Küche mit Gerichten wie Tatar vom Fassone Rind mit Kaviar, Tagliarini al Tartufo, Chateaubriand di Fassone Piemontese.

„Irgendwann kommt alles zusammen“, sagt Davide Saitta. „Wie bei einer Weinkarte. Man fängt mit Italien an und merkt, dass auch andere Länder kulinarische Schätze zu bieten haben.“ Wenn es um Wein geht, weiß Davide Saitta genau, wovon er spricht. Dass er Sommelier ist, das merkt man der Weinkarte an. Sie beginnt nicht bei „rot oder weiß“, sondern bei Herkunft, Jahrgang, Handschrift und Haltung. Neben großen italienischen Positionen finden sich deutsche, spanische, französische und internationale Weine, dazu Naturweine und eigene Selektionen. Was bei Saittavini über Jahre gewachsen ist, hat Davide im Prinzinger weitergedacht und jünger, breiter, internationaler aufgestellt. „Unsere Gäste schätzen das perfekte Match von gutem Essen und tollen Weinen.“ Von der Henris Grand Selection gab es dafür gerade einen 5 Weinreben-Award für die einzigartige Weinkarte, vom Weinführer Gambero Rosso die Auszeichnung Tre Bicchieri (drei Gläser), die höchste Auszeichnung für außergewöhnliche Weine. Falstaff bewertet das Restaurant mit 88 Punkten und hebt neben der italienischen Produktküche auch die umfangreiche Weinkarte hervor. Star Wine List spricht von mehr als 1.200 Referenzen.

Mittags, abends und für Feste

Das Prinzinger by Saittavini lebt von verschiedenen Säulen. Der Mittagstisch à la carte zieht Geschäftsleute, Nachbarn, Stammkunden und Freunde an, die schnell und gut essen gehen wollen. Abends gibt es ebenfalls Speisen à la carte. Für geschlossene Gesellschaften kann man beide Restaurants exklusiv mieten.

Der Weinkeller im Saittavini

Michelangelo hat einen Weinkeller, der in Düsseldorf seinesgleichen sucht. Davide hat mit dem Weinhandel Prinzinger.Wein nachgezogen. Hier beraten Sommeliers die Kunden und das Sortiment geht weit über die Restaurantkarte hinaus. Den Online-Weinshop führen Vater und Sohn zusammen. In allem vertrauen sie sich blind, Streit hat es in all den Jahren nie gegeben.

In einigen Jahren will sich Michelangelo Saitta zurückziehen: „Ich habe mit 14 Jahren angefangen, irgendwann reicht es.“ Dann wird Davide das Familienunternehmen fortführen. Ob seine beiden Töchter dann irgendwann in dritter Generation übernehmen? „Ein Familienunternehmen bietet viel, wir werden sehen“, lacht Davide Saitta.

Das könnte Sie auch interessieren:

Pin It on Pinterest