Fotos: Bernd Obermann

Die Konditorei Heinemann setzt auf Qualität und Frische

Manche Dinge überdauern jeden Trend. Die Torten von Heinemann gehören dazu. Während sich Ernährungsmoden und Geschmacksvorlieben ständig verändern, setzt das Düsseldorfer Familienunternehmen seit Jahrzehnten auf das, was für Konditoren eigentlich selbstverständlich sein sollte: beste Zutaten, handwerkliche Präzision und kompromisslose Frische. „Qualität und Frische, ohne irgendeinem Zeittrend zu folgen. Das ist unser Erfolg“, sagt Heinz-Richard Heinemann.

Seit 1932 steht der Name Heinemann für süße Tradition im Rheinland. Gegründet wurde das Familienunternehmen in Mönchengladbach, in Düsseldorf ist es längst eine Institution. Hinter jeder Torte, jeder Praline und jedem Kuchenstück stehen Erfahrung, handwerkliches Können und der Anspruch an höchste Qualität. „Wir verarbeiten nur feinste Zutaten ohne Konservierungsstoffe. Das wissen unsere Kunden“, sagt Heinemann.

Es geht nicht um Nostalgie mit Sahnehäubchen, sondern um Können. Um besondere Rezepte, die über Generationen weitergegeben wurden. Um Mitarbeiter, die ihr Handwerk beherrschen – und wissen, wann eine Creme genau richtig ist und eine Schokolade ihren perfekten Glanz bekommt. „Da gibt es hier eben noch etwas, was es sonst gar nicht mehr gibt, weil es auch keiner mehr kann“, sagt Heinemann. „Die meisten beschäftigen sich nicht mehr in der Tiefe mit dem Handwerk.“

Heinz-Richard Heinemann in seiner Konditorei an der Blumenstraße.

Rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen in 13 Filialen. Verkauf, Gastronomie und Konditorei gehören zusammen, aber im Kern versteht sich das Haus als Konditorei. Nicht als Kette, nicht als Trendbetrieb. „Das Geheimnis eines Familienunternehmens ist eigentlich gar kein Geheimnis“, sagt Heinemann. „Es ist, dass die Familie da ist.“

Heinz-Richard Heinemann wurde im elterlichen Betrieb groß, machte eine Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Konditormeister und führt das Unternehmen in zweiter Generation. 2017 wurde Heinz-Richard Heinemann in Mailand mit dem „World Pastry Star“ ausgezeichnet, dem „Oscar“ der Konditorzunft. Seine beiden Söhne im Teenageralter sind bereits öfter in der Backstube anzutreffen. „Beide möchten unbedingt Konditoren werden, aber ich dränge sie nicht. Sie sollen das frei entscheiden.“ Für die Düsseldorfer ist ohnehin undenkbar, dass Heinz-Richard Heinemann vor dem 100-jährigen Jubiläum in sechs Jahren aufhört.

Herzensbildung zählt

Wenn er neue Mitarbeiter einstellt, zählt nicht allein das Berufsprofil. „Die Herzensbildung ist uns genauso wichtig“, sagt Heinemann. Ein Drittel der Belegschaft ist länger als 25 Jahre dabei und jeder Mitarbeiter darf so lange arbeiten wie er möchte, auch wenn er schon das Rentenalter erreicht hat. Sechs bis acht Auszubildende lernen jedes Jahr bei Heinemann ihr Handwerk. Rund vier werden anschließend übernommen. Ein Handwerk zu erlernen, lohnt sich, davon ist er überzeugt: „In zehn Jahren ist Handwerk der wirklich goldene Boden.“

Ein Besuch in einer seiner Konditoreien oder die Trüffel mit Champagne sollten für jeden erschwinglich sein. Als der Kakaopreis vor rund einem Jahr explodierte, fielen bei Heinemann die Preisanstiege moderater aus, einfach, weil sie zu Lasten der Marge gingen. „Dann gibt es halt einmal ein Jahr lang keine Gewinne und keine Investitionen“, sagt er, ein Satz, den ein börsennotiertes Unternehmen nicht über die Lippen brächte.

Die grüne Tasche

Vor der Pralinentheke wird sichtbar, dass Tradition nicht nur aus Rezepturen besteht.  Zu Heinemanns Lieblingspralinen gehören „My Favorite“ und „Himbeer-Traum“. Es gibt auch eine Praline namens „Horst“, benannt nach Horst Mindt, dem verstorbenen Partner von Heinz-Richard Heinemann. „Horst hat auch die grüne Heinemann-Tragetasche erfunden“, erzählt Verkäuferin Gabi Zilch, die in der Konditorei an der Blumenstraße arbeitet. Sie machte in den 1980er Jahren ihre Ausbildung bei Heinemann, ihre Zwillingsschwester arbeitet bei Heinemann auf der Rethelstraße. Der Zusammenhalt, der ein Familienunternehmen auszeichnet, zeigt sich bei Heinemann auch in der Belegschaft.

www.konditorei-heinemann.de

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