Foto: BFrames Media
Lucia Bachhausen über den Wandel von BFrames Media
Sie sind seit zehn Jahren Chefin eines Familienunternehmens. 2016 wurden sie Co-Geschäftsführerin mit Ihrem Vater Erich. Wie lief die Nachfolge ab?
Lucia Bachhausen: „Mein Vater hat sich bereits 2019 aus dem operativen Geschäft zurückgezogen, 2024 war dann der offizielle Abschluss, seitdem bin ich Inhaberin und Geschäftsführerin. Ein Wechsel der Unternehmensspitze passiert nicht an einem Tag, es ist kein Datum, das man im Kalender notiert. Irgendwann haben wir gemerkt, wie die Verantwortung sich ganz selbstverständlich verlagert hatte. Im Unternehmen bin ich seit 2012. Ich hatte nach meinem Studium der Medienökonomie in Köln bei einem der größten Werbefilmproduzenten Deutschlands in Hamburg gearbeitet. Als eine Mitarbeiterin in einer Führungsposition in Elternzeit ging, brauchte mein Vater Unterstützung und ich kam zurück nach Düsseldorf, weil ich Lust auf die neue Aufgabe hatte.“
Bei jeder Nachfolge kommt der Moment, in dem die Tochter etwas anders macht als der Vater. Welche Entscheidung war das bei Ihnen?
Lucia Bachhausen: „Die Umbenennung. BFrames Media statt Bachhausen. Das B steht immer noch für unseren Namen, aber BFrames beschreibt, was wir heute tun: Bewegtbildkommunikation, Film, digitale Medien. B-Frames ist ein technischer Begriff aus der Videokompression. Ich hatte diesen Firmennamen schon viele Jahre im Kopf. Mit dem Zusatz „Media“ transportiere ich außerdem unser Leistungsportfolio, denn unsere Dienstleistung ist eine Kombination aus technischer Expertise und kreativem Storytelling.“
In der Branche hat sich viel getan. Ihr Vater hat 1991 mit Industriefotografie und einem analogen Fotolabor angefangen. Was haben Sie von ihm ins digitale Zeitalter mitgenommen?
Lucia Bachhausen: „Das Zuhören. Er hat immer verstanden, was ein Kunde mit einem Foto, einem Film oder Animationen aussagen möchte, und das dann gemeinsam mit ihm erarbeitet, statt ein fertiges Ergebnis abzuliefern. Langfristige Kundenbeziehungen waren für ihn ein zentraler Wert. Für mich auch.“
Auf Ihrer Teamseite haben die Kollegen Spitznamen wie „Bewegtbilddribbler“ oder „Pinselschwingerin“, was sagt das über Ihren Führungsstil aus?
Lucia Bachhausen: „Dass lachen erlaubt ist. Wir sind hier ein 13-köpfiges Team und arbeiten in einer superschönen Hinterhoflage in Flingern in einer ehemaligen Schreinerei. Mein Ziel war es, unsere Marke zu schärfen und unsere Arbeitsweise und unser Selbstverständnis weiterzuentwickeln. Wir haben uns vom klassischen Produktionsdienstleister zum Kommunikationspartner entwickelt, der auch strategisch mitdenkt. Und den Weg gehen wir weiter.“
35 Jahre Marktpräsenz, rund 2.000 Projekte, sie arbeiten mit Drohnen und allem, was neu auf dem Markt ist, haben seit 2024 einen zweiten Standort in Mönchengladbach. Was kommt als nächstes?
Lucia Bachhausen: „KI ist das große Thema in unserer Branche. Wir nutzen sie, um Prozesse zu stützen und effizienter zu werden, aber der menschliche Kern bleibt. B2B-Kommunikation wird immer emotionaler. Ein Produktfilm konkurriert heute nicht mehr nur mit einem anderen Produktfilm, sondern mit LinkedIn, Instagram, dem ganzen Strom da draußen. Wer wirklich zuhört und versteht, was ein Kunde aussagen möchte, wird nicht beliebig. Das ist mein Antrieb.“
