Fotos: Wolfgang Harste/ Düsseldorfer Jonges

Wer derzeit über die Rheinuferpromenade spaziert, dem fällt sofort das Gerüst rund um die historische Pegeluhr ins Auge. Es markiert den Beginn der Restaurierung eines Bauwerks, das seit mehr als 120 Jahren zum Düsseldorfer Stadtbild gehört.

Die Instandsetzung geht maßgeblich auf das Engagement der Düsseldorfer Jonges zurück. Stadtbildpfleger und Vorstandsmitglied Maximilian Schönauer hat das Projekt über viele Monate vorangetrieben, Genehmigungen koordiniert, Fachfirmen zusammengebracht und gemeinsam mit zahlreichen Partnern die Finanzierung gesichert.

„Unsere Aufgabe als Düsseldorfer Jonges ist es, die Geschichte unserer Stadt nicht nur zu bewahren, sondern sie sichtbar und erlebbar zu halten“, sagt Schönauer und ergänzt: „Deshalb freuen wir uns sehr, dass die Restaurierung der Pegeluhr jetzt beginnt und sie schon bald wieder den aktuellen Rheinpegel anzeigen wird.“

Für Jonges-Baas Dr. Reinhold Hahlhege ist die Pegeluhr ohnehin weit mehr als ein technisches Bauwerk: „Sie ist für viele Menschen ein Stück Düsseldorf – ein Ort der Begegnung, der Erinnerungen und der Verbundenheit mit unserer Stadt. Dass sie nach Jahren des Stillstands wieder zum Leben erwacht, ist ein schönes Signal und ein Gewinn für alle Düsseldorferinnen und Düsseldorfer.“

In luftiger Höhe aktiv: Jonges-Baas Dr. Reinhold Hahlhege, Vize-Baas Timo Greinert Stadtbildpfleger sowie die Vorstandsmitglieder Max Schönauer (Stadtbildpfleger) und Jan Hallen bringen ein Banner der Düsseldorfer Jonges an der Pegeluhr an. 

Die Pegeluhr gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen Düsseldorfs. Als sie 1902 errichtet wurde, war sie Teil eines der größten Stadtentwicklungsprojekte ihrer Zeit. Unter Oberbürgermeister Wilhelm Marx wurde das Rheinufer völlig neu gestaltet. Die Uferlinie wurde um 37 Meter in den Rhein hinein verlegt, um die Altstadt besser vor Hochwasser zu schützen und gleichzeitig Raum für die großzügige Promenade zu schaffen. Düsseldorf wollte sich als moderne Stadt am Rhein präsentieren – und die Pegeluhr wurde zu einem sichtbaren Symbol dieses Aufbruchs. Bis heute steht das elegante Bauwerk mit seiner Jugendstilfassade unter Denkmalschutz.

Raffinierte Technik hinter historischer Fassade

Hinter der Jugendstilfassade verbirgt sich eine Technik, die schon bei ihrer Entstehung außergewöhnlich war und deren Restaurierung heute Spezialwissen erfordert. Die Pegeluhr besitzt vier Zifferblätter. Zwei zeigen die Uhrzeit, zwei den aktuellen Rheinpegel. Ursprünglich wurde der Wasserstand mithilfe eines Schwimmers gemessen, der über einen Schacht direkt mit dem Rhein verbunden war. Heute übernehmen Sensoren diese Aufgabe. Das Uhrwerk bleibt dennoch eine Besonderheit: Je nachdem, ob der Rhein steigt oder fällt, müssen sich die Zeiger vor- oder rückwärts bewegen – eine Konstruktion, die auch für Restauratoren eine besondere Herausforderung darstellt.

Doch nicht nur die Technik ist in die Jahre gekommen. Auch die charakteristische Jugendstilfassade zeigt deutliche Spuren von Wind, Wetter und den Jahrzehnten an der Rheinpromenade. Im Zuge der Restaurierung werden deshalb nicht nur Messtechnik und Uhrwerk instand gesetzt. Verschmutzungen werden entfernt, schadhafte Fugen ausgebessert sowie Zeiger und Zifferblätter dort erneuert, wo es notwendig ist. Ziel ist es, das Denkmal dauerhaft zu erhalten und gleichzeitig seine ursprüngliche Funktion wiederherzustellen.

Gemeinsames Engagement für kulturelles Erbe

Möglich wird das Projekt durch das Engagement zahlreicher Partner. Neben den Düsseldorfer Jonges beteiligen sich unter anderem die Stadtwerke Düsseldorf, Fortuna Düsseldorf, die TARGOBANK, das Unternehmen Silesia, der Verein zur Förderung der wirtschaftlichen Interessen des Düsseldorfer Hafens sowie die Jonges-Tischgemeinschaft „De Hechte“ an der Finanzierung. Gemeinsam sorgen sie dafür, dass ein Stück Düsseldorfer Identität erhalten bleibt.

Die Restaurierung ist damit weit mehr als eine technische Instandsetzung. Sie zeigt, was möglich ist, wenn bürgerschaftliches Engagement, Wirtschaft und Stadt gemeinsam Verantwortung für das kulturelle Erbe übernehmen. Für die Düsseldorfer Jonges gehört genau das seit ihrer Gründung zum Selbstverständnis: markante Bauwerke zu erhalten und die Geschichte der Stadt lebendig zu halten.

Wenn die Arbeiten planmäßig verlaufen, soll die Pegeluhr im August wieder in Betrieb genommen werden. Dann wird sie nach Jahren des Stillstands wieder das anzeigen, wofür sie einst gebaut wurde: den aktuellen Rheinpegel.

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