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Warum jede fünfte Hüft-OP vermeidbar sein kann
Eine Hüft- oder Knieoperation ist selten eine Notfallentscheidung und Patientinnen und Patienten stellen sich immer wieder Fragen wie: Ist der richtige Zeitpunkt erreicht? Gibt es Alternativen und welche Folgen zieht eine Operation nach sich? Seit diesem Jahr können sich Patienten im St. Elisabeth-Hospital Meerbusch-Lank eine unabhängige Zweitmeinung von Fachärzten einholen. Die kaufmännische Direktorin Julia Held erklärt: „Wir haben auch schon in der Vergangenheit beraten, weil unsere Ärzte eher konservativ mit der Operationsentscheidung sind, aber seit Mai gibt es eine spezielle Sprechstunde für die Zweitmeinung, vor allem bei geplanten Hüftoperationen.“ Für Chefarzt Priv.-Doz. Dr. med. Tim Claßen geht es bei der Zweitmeinung nicht darum, eine bereits gestellte Diagnose zu bestätigen, sondern Patienten mehr Entscheidungssicherheit zu geben. In der Sprechstunde werden vorhandene Befunde, MRT und Röntgenbilder gemeinsam mit einer ausführlichen Untersuchung bewertet. Anschließend erhalten die Patienten eine individuelle Empfehlung mit einer Begründung.
Julia Held, kaufmännische Direktorin des St. Elisabeth-Hospitals Meerbusch-Lank // Foto: St. Elisabeth-Hospital
Zweite Meinung, neuer Blick
Aktuell rät der Chefarzt für Orthopädie und Endoprothetik bei jedem fünften Fall von einer geplanten Operation ab. Vor allem, wenn die nicht operativen Behandlungsmöglichkeiten noch nicht ausgeschöpft sind wie beispielsweise ein gezielter Muskelaufbau. Oder der Mediziner kommt zu einer ganz anderen Diagnose: „Einer Patientin war eine Knieprothese empfohlen worden, dabei war es der Innenmeniskus, den wir sofort ambulant behandeln konnten“, berichtet Claßen.
Wann der richtige Zeitpunkt für eine Operation gekommen ist, lässt sich nicht pauschal beantworten: „Die Patienten haben selbst ein ganz gutes Gefühl dafür, wenn es einfach nicht mehr geht. Entscheidend sind der Schmerz und die Einschränkung der Lebensqualität, nicht allein das Röntgenbild“, so der Chefarzt. Bei allen Eingriffen haben die Mediziner moderne Therapieverfahren und die aktuelle Studienlage im Blick. Frauen über 75 Jahren rät Claßen zu einem zementierten Schaftsystem, einer mit Knochenzement im Oberschenkelknochen fixierten Hüftprothese, wobei die Pfannenkomponente weiter zementfrei fixiert wird: „Das Frakturrisiko wäre sonst einfach zu groß und die Haltbarkeit ist genauso gut. Leider wird hier den Patientinnen häufig zu riskanten und unnötigen Verfahren geraten.“ Wichtig sei, dass die Patienten schnellstmöglich mobilisiert werden können, also am Tag der Operation schon wieder auf die Beine gestellt werden.
Ab 2028 ist die Zweitmeinung bei Hüftoperationen gesetzlich vorgeschrieben und die Voraussetzung für eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen. Das Elisabeth-Hospital hat sich schon jetzt in Stellung gebracht. Auch beim Einsatz künstlicher Hüft- und Kniegelenke verfügt die Klinik über große Erfahrung. Sowohl in der Anzahl der Operationen – jährlich werden mehrere hundert Hüft- und Knieprothesen implantiert – als auch bei den Revisionen, also bei Gelenken, die ausgetauscht werden müssen, steht die Klinik gut da. „Laut Endoprothesenregister sind wir unter den Top five“, betont Julia Held.
Gesundheitstag "Mensch.Bleib.Gesund."
Am 19. September lädt das NRNW-Ärztenetzwerk gemeinsam mit dem St. Elisabeth-Hospital Meerbusch zum großen Gesundheitstag „Mensch.Bleib.Gesund.“ ein.
Uhrzeit: 10:00 – 17.00 Uhr, Hauptstr. 74 – 76 in Meerbusch
Der Eintritt ist frei, ab 17.00 – 21.00 Uhr gibt es eine After Show Party mit DJ Jan Plonka unter dem Motto: „Tanzen bis der Arzt kommt“.
Priv.-Doz. Dr. Tim Claßen informiert in einem Vortrag (12.45 Uhr – 13.15 Uhr) über die Möglichkeit einer unabhängigen Zweitmeinung und beantwortet Fragen am Informationsstand des St. Elisabeth-Hospitals.
