Fotos: Klaus Richter

Karin Irene Welp coacht Führungskräfte, Teams und Organisationen

Wenn ein Team nicht mehr funktioniert, ein Konflikt die Zusammenarbeit blockiert oder eine KI-Einführung von oben verordnet wird und unten für Unruhe sorgt, dann beginnt oft die Arbeit von Karin Irene Welp. Die Düsseldorfer Business Coachin hilft Unternehmen, Führungskräften und Teams genau dann weiter, wenn es intern nicht mehr weitergeht. „Man lernt das meiste nicht aus dem, was gut läuft, sondern aus dem, was nicht gut läuft“, sagt Welp – und das meint sie durchaus persönlich.

Auf ihrer Website findet sich ein „kurzer CV of Failure“: Der Biochemie-Studienplatz, den sie nie bekam. Die Promotion, die sie nach sechs Monaten abbrach. Der Moment vor einer wichtigen Präsentation, in dem das Lampenfieber seinen Tribut forderte. Und die Jahre in einem Unternehmen, dessen Werte sie nicht mittragen konnte. Diese Offenheit ist Programm und Teil dessen, was ihre Kunden an ihr schätzen.

Nach dem Studium ging Karin Irene Welp in den Vertrieb, verkaufte Wissenschaftlern Produkte für die Laborarbeit, lernte viel über Menschen. Es folgten internationale Führungspositionen in Vertrieb und Marketing, in der Geschäftsführung und im Global Marketing. Gut bezahlt, aber nicht das, was sie antrieb: „Meine Motivation waren immer die Menschen, mit denen ich gearbeitet habe.“

Vom Schmerzpunkt zum ersten Schritt

2022 machte sich Welp selbstständig und ließ sich bei der International Coaching Federation (ICF) zum Professional Certified Coach ausbilden. Heute begleitet sie Führungskräfte, Teams und Organisationen. „Oft beginnt ein Auftrag mit einem Schmerzpunkt oder einer Herausforderung: Ein Team funktioniert nicht, ein Projekt stockt, Strukturen passen nicht mehr.“ Erst müssen Probleme benannt und Ursachen herausgearbeitet werden. Dann kann man gemeinsam Lösungsansätze entwickeln und die passenden ersten Schritte gehen, erklärt sie.

Ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit ist die längerfristige Begleitung, so behält man das Ziel, den Reflexionsraum und die Zusammenarbeit kontinuierlich im Blick. Dabei hilft ihr die eigene langjährige Führungserfahrung, denn Change- und Transformationsprozesse kennt sie auch gut aus diesem Blickwinkel. Vertraut sind ihr zudem die klassischen Themen von Führungskräften: Kommunikation, die Ausgestaltung der eigenen Führungsrolle und das Zeitmanagement. Hier unterstützt sie auch in Einzelcoachings.

Den Begriff Unternehmensberaterin mag sie trotzdem nicht. „Beraten hört sich so an, als hätte ich die Weisheit und der Kunde muss mir zuhören. Die Lösung kommt aus dem Unternehmen selbst. Die Kunden wissen, wo angepackt werden muss und was gut für sie, ihr Team und ihre Organisation ist. Sie sprechen es nur oft nicht aus. Hierfür den Raum zu öffnen, ist meine Hauptaufgabe.“

Wenn KI von oben kommt

Als ausgebildete KI-Business-Managerin hat die Expertin ein zweites Standbein entwickelt: „Der Satz ‚Wir machen jetzt KI‘ ist in einer Geschäftsführung schnell gesprochen. Ein paar Etagen tiefer lautet die Frage dann eher: ‚Was heißt das für mich‘?“ Unklarheit bringt Unsicherheit und diese hemmt Veränderungen. Genau hier setzt ihre Unterstützung an: Sie begleitet Teams dabei, herauszufinden, welche Aufgaben sich verändern, was KI kann – und was nicht, wo sich Rollen und Prozesse verändern und welche neuen Chancen die KI bietet. Aus einem Technikprojekt wird so schnell Organisationsentwicklung.

Karin Irene Welp arbeitet auf Deutsch und Englisch, digital und persönlich – mit Kunden in Deutschland ebenso wie im Ausland. Ihr Inside-Know-how aus der Biotech- und Pharmabranche ist dabei ein Plus, aber keine Grenze: Als Business Coachin begleitet sie Steuerberatungsunternehmen und Notariate ebenso wie Start-ups und mittelständische Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen. „Ich bin da sehr breit aufgestellt“, sagt sie, „und freue mich immer auf neue Teams und Organisationen. Dabei gewinne ich tolle Einblicke und lerne viel Neues.“

Wer Organisationen durch Veränderungen begleitet, dessen Weg muss auch nicht schnurgerade verlaufen. Vielleicht liegt genau darin Karin Irene Welps stärkstes Argument: Sie kennt Veränderung nicht nur als Methode. Sie hat selbst einige davon hinter sich.  

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