Fotos: Klaus Richter

Versicherungs- und Finanzexpertin Susanne Müller-Rielinger über Vorsorge mit Weitblick, Benefits mit echtem Nutzen – und warum sie ihren Beruf eher zufällig gefunden hat.

„Das Modell Glücksritter kann man sich nicht erlauben“, sagt Susanne Müller-Rielinger. Gemeint sind Menschen, die beruflich viel Verantwortung tragen, aber die eigene Absicherung gerne auf später verschieben. Was passiert, wenn man plötzlich selbst ausfällt? Ist die Familie versorgt? Gibt es Rücklagen, Vollmachten, eine tragfähige Altersvorsorge? Fragen, die im Tagesgeschäft selten ganz oben auf der Liste stehen.

Susanne Müller-Rielinger setzt auf regelmäßige Jahresgespräche und schaut, was sich verändert hat: beruflich, finanziell, privat. Die Absicherung des Betriebs gehört dazu, aber eben nicht nur. „Ich möchte wissen, welche Themen für die Person wirklich relevant sind.“

Vom Philosophiestudium in den Außendienst

Dabei hatte Susanne Müller-Rielinger ursprünglich ganz andere Pläne. Während ihres Germanistik- und Philosophiestudiums kellnerte sie in der Düsseldorfer Altstadt. Eine zufällige Begegnung mit einem Gast führte sie schließlich in eine Versicherungsagentur – und auf einen völlig neuen beruflichen Weg. Was als Nebenjob begann, wurde schnell zur Leidenschaft: Menschen zuzuhören, ihre Situation zu verstehen und Lösungen zu finden. Sie machte ihre Ausbildung im Bereich private Krankenversicherung, ging in den Außendienst und absolvierte später den Fachwirt mit Schwerpunkt betriebliche Altersversorgung. Heute arbeitet Susanne Müller-Rielinger mit der BarmeniaGothaer zusammen. Sie schätzt die breite Produktpalette und den fachlichen Rückhalt: „Ich habe richtig gute Leute an der Hand.“ So lassen sich auch komplexe Fälle individuell lösen.

Bitte keinen Obstkorb

Ein Thema beschäftigt ihre Kunden derzeit besonders: Wie hält man gute Mitarbeitende? Ihre Antwort darauf ist ziemlich pragmatisch. Leistungen sollten nicht nur auf der Karriereseite gut aussehen, sondern im Leben etwas bringen. Die betriebliche Krankenversicherung der BarmeniaGothaer kann beispielsweise bei Zahnersatz, professioneller Zahnreinigung oder Sehhilfen greifen. Ausgaben, die schnell ins Geld gehen.

Und der Obstkorb? Hat sie ausprobiert. „Anderthalb Jahre habe ich den bezahlt. Am Ende habe ich freitags immer das Obst mitgenommen, damit es nicht weggeworfen wird“, lacht Susanne Müller-Rielinger. Aber die Geschichte passt ziemlich gut zu ihrer Art zu beraten: Nicht etwas anbieten, weil alle es anbieten. Erst einmal herausfinden, was tatsächlich gebraucht wird.

Auch die Frage nach dem Datenschutz kommt regelmäßig. Kann der Chef sehen, wer welche Arztrechnung einreicht? Nein. Diagnosen und persönliche Gesundheitsdaten bleiben geschützt.

Wenn der Kunde nur „Hallo“ sagt

Manche Kunden begleitet sie so lange, dass sie am Telefon keinen Namen mehr braucht. „Die sagen einfach Hallo. Ich erkenne sie schon an der Stimme.“ Das spricht Bände in einer Branche, in der Vergleichsportale und digitale Abschlüsse längst Gang und gäbe sind. Wie wichtig persönliche Beratung ist, zeigt sich für Susanne Müller-Rielinger besonders im Schadensfall. Wenn es um einen größeren Schaden oder einen Produktionsausfall geht, sei der Betroffene ohnehin „voller Adrenalin“. Dann kennt sie Verträge und Hintergründe, spricht mit Sachverständigen und behält Leistungen im Blick, die in diesem Moment leicht vergessen werden. Ihre Haltung ist ebenso klar wie ihr Motto: „Wir machen das.“

Persönlich und trotzdem digital

Stillstand ist nicht Susanne Müller-Rielingers Sache. Bereits zwischen 2009 und 2011 stellte sie ihr Büro komplett auf digitale Prozesse um – zu einer Zeit, als Handakten vielerorts noch selbstverständlich waren. Heute nutzt sie auch KI für Recherche und Wissensaufbereitung, allerdings mit professioneller Skepsis. Technik soll ihr Arbeit abnehmen, nicht das eigene Urteil.

Nachwuchs ist Herzenssache

Bei der Ausbildung setzt Susanne Müller-Rielinger dagegen ganz bewusst auf persönliche Nähe. Sie betreut jeweils nur einen Auszubildenden. „Das ist für mich ein Herzensprojekt.“ Daraus entstehen Beziehungen, die weit über die Ausbildungszeit hinaus gehen: Mit ihren ersten Azubis hat sie bis heute eine WhatsApp-Gruppe. Zweimal im Jahr treffen sie sich. Für sie gehört auch das zu guter Ausbildung: „Du bereitest den Boden für einen Menschen.“

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