Fotos: Cinestar
Den Pink Monday kennen die Düsseldorfer von der Rheinkirmes, aber warum nur einmal im Jahr, fragte sich Christina Leiendecker, Theaterleiterin des Cines Star Düsseldorf. CinePride – so heißt der Pink Monday im Cine Star. Dabei geht es nicht nur um den Film auf der Leinwand, sondern um die Idee, sich schon vorher zu treffen.
Deshalb beginnt der Pink Monday auf der Hansaallee in Düsseldorf-Heerdt bereits um 19 Uhr mit einem Sektempfang und einem Community-Treffen. Der Film startet erst eine Stunde später. „Man kommt an, trifft Menschen, unterhält sich, kann neue Kontakte knüpfen. Dadurch wird aus einem Kinobesuch ein gemeinsames Erlebnis“, erklärt Leiendecker.
Christina Leiendecker, Theaterleiterin des Cines Star Düsseldorf
Was zunächst ein Experiment war, hat sich inzwischen etabliert. CinePride ist bereits bis Februar 2027 durchgeplant. Auf dem Programm stehen aktuelle Produktionen ebenso wie bekannte queere Filme und Klassiker, die nur noch selten auf der großen Leinwand zu sehen sind – darunter Carol, Moonlight, The Danish Girl, Bros oder All of Us Strangers. Dabei richtet sich Pink Monday keineswegs nur an die queere Community. Freundinnen und Freunde, Paare und alle Kinofans sind herzlich willkommen. „Man muss nicht zu einer bestimmten Gruppe gehören, um dabei zu sein.“
Mehr als Leinwand und Popcorn
Für Leiendecker zeigt das Format zugleich, welche Rolle Kino in Zeiten von Streaming spielen kann. Filme lassen sich heute nahezu überall anschauen. Was zu Hause jedoch fehlt, ist die Begegnung. Kino müsse deshalb mehr bieten als Leinwand und Popcorn – und stärker zu einem sozialen Ort werden. Das ist nicht nur gesellschaftlich, sondern auch unternehmerisch interessant. „Ein Format muss auch wirtschaftlich funktionieren“, sagt Leiendecker. Wer eine Zielgruppe verstehe und ihr einen echten Mehrwert biete, schaffe zugleich Bindung.
Am schönsten sei es, wenn die Gäste wiederkommen und beim nächsten Mal Freunde mitbringen.
Langfristig wünscht sich Leiendecker, dass CinePride fester Bestandteil der Düsseldorfer Kulturlandschaft wird: „Dass man gar nicht mehr überlegen muss, sondern weiß: Am Pink Monday geht man ins CineStar.“ Aus dem Pink Monday auf der Rheinkirmes ist längt ein offener Kirmestag auch für Menschen geworden, die mit der LGBTQ-Szene selbst wenig zu tun haben. Das könnte auch im Kino funktionieren.
www.cinestar.de/kino-duesseldorf/cinepride
