Fotos: Max van Dorsten

1. Herr van Dorsten, welchen Stellenwert nimmt Kunst in Ihrem Leben ein?

Kunst nimmt einen hohen Stellenwert ein. Ich mache das ja, weil ich gerne möchte. In den letzten Jahren und aktuell habe ich außerdem das Glück, viel Zeit und Ressourcen für meine Arbeit zu haben. Aber auch wenn ich mal genug von meiner eigenen Arbeit habe, schaue ich mir gerne Arbeiten und Ausstellungen von anderen an.

2. Welche künstlerischen Vorbilder haben Sie am stärksten beeinflusst?

Am stärksten haben mich wahrscheinlich meine Mitstudierenden beeinflusst. Von vielen kenne ich die Arbeit von Anfang an und sehe, wie sie ihre Arbeit entwickeln. Umgekehrt sind ihre Beobachtungen und Fragen zu meiner Arbeit sehr wichtig für mich. Ich vertraue ihrer Perspektive.

Vorbilder aus der Kunstgeschichte sind für mich nicht unbedingt Künstler oder Künstlerinnen, deren Arbeit in einem starken Bezug zu meiner Arbeit steht. Mich beeindruckt eher die Haltung zur Kunst oder zum Kunstgeschehen oder eine Leichtigkeit im Umgang mit der eigenen Arbeit (die ich aber vielleicht nur unterstelle). Die Landschaftsbilder und -fotografien von Georgia O’Keeffe geben mir zum Beispiel das Gefühl, dass es gar nicht wichtig ist, ob ich die Bilder sehe oder was ich von ihnen halte. Sie kommen mir so vor, als wollten sie mich nicht beeindrucken oder überzeugen. Als wäre der wichtige Teil schon erledigt, weil sie ja schon gemacht worden sind.

Edition 4, Ohne Titel II, 2020 Katalog

3. Welche anderen Berufe wären für Sie auch in Frage gekommen?

Meine Mutter hat sich mal vorgestellt, dass ich Ministerialdirigent werde. Da wird vielleicht nichts mehr draus. Opernsänger ist bestimmt auch schön. Aber ich bin zufrieden.

4. Was brauchen Sie, um schöpferisch tätig zu sein?

Vor allem Zeit.

5. Woran arbeiten Sie gerade?

Im Moment suche ich nach neuen Möglichkeiten oder vielleicht nach neuen Zugängen für meine Arbeit. Letztes Jahr habe ich zum Beispiel mit Video und Serienaufnahmen herumprobiert. Das ist bisher eher gescheitert, aber ich versuche es weiter. Den Winter über habe ich wenige Aufnahmen gemacht und stattdessen versucht, alte Bilder von mir als Material für neue Bilder zu verwenden, sozusagen in meiner eigenen Arbeit zurückzugehen.

Edition 2, Ohne Titel, 2020, Inkjetprint auf Papier, 27 x 41 cm, mit Rahmen

6. Kunst und KI: Passt das für Sie zusammen?

So wie es im Moment läuft, glaube ich eher nicht. Ich komme aber vielleicht auch nicht ganz mit. Müsste nicht erstmal geklärt werden, ob wir damit einverstanden sind, dass mit unseren Daten KI-Modelle trainiert werden? Mir kommt es vor, als hätten ein paar Leute das Wissen, die Geschichten, die Bilder und die Musik anderer Leute gestohlen.

7. Düsseldorf hat eine lebendige Kunstszene, womit sind Sie zufrieden und wo wünschen Sie Veränderungen?

Kunst braucht eine offene, plurale und solidarische Gesellschaft. Ich finde es wichtig, dass sich die Kunstszene dafür einsetzt. Besonders aktuell, wo vieles rückwärts zu laufen scheint.

Max van Dorsten

// *1997 in Duisburg

// lebt und arbeitet in Köln

// seit 2024 Meisterschüler von Cornelius Völker

// studierte an der Kunstakademie Münster und der Accademia di Belle Arti Bologna (bei

// Cornelius Völker, Jan Schüler und Luca Bertolo)

// für „DIE GROSSE“ hat er eine Edition mit vier Inkjetprint-Bildern (27×41 cm) geschaffen, die inhaltlich zusammengehören mit einer Auflage von 1/8 und einem Artist`s Proof.

www.maxvandorsten.de

DIE GROSSE läuft vom 05.07.-09.08.2026

Ins Leben gerufen wurde die Kunstausstellung im Jahr 1902. DIE GROSSE ist heute die bedeutendste und älteste von Künstlerinnen und Künstlern organisierte Ausstellung im deutschsprachigen Raum. Über 30.000 Besucher zählte die Ausstellung im letzten Jahr. In 2026 werden 171 Künstlerinnen und Künstler ca. 350 Kunstwerke im Kunstpalast Düsseldorf, im NRW-Forum und im Ehrenhof zeigen. Zu sehen sind Werke der Malerei, Fotografie, Grafik, Bildhauerei, Installation und Videos sowie Skulpturen im Außenbereich.

Der Publikumsliebling ist seit vielen Jahren „DAS KLEINE FORMAT“, das Kunst zu erschwinglichen Preisen bietet. Außerdem sind alle Besucher eingeladen, sich an der Wahl des Publikumspreises zu beteiligen, der mit 1.500 Euro dotiert ist.

Save the date: Die Eröffnungsfeier findet am 04. Juli 2026 vor dem Eingang des Kunstpalastes statt.

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