6 Oktober 2021

„Wir sind die Kümmerer, wenn es um Vermögensfragen geht.“

„Wir sind die Kümmerer, wenn es um Vermögensfragen geht.“

Das Private Banking der Stadtsparkasse Düsseldorf verbindet kompetente Vermögensberatung mit nachhaltigen Werten und persönlicher Nähe. Als regionales Kreditinstitut unterstützt die Stadtsparkasse Menschen und Unternehmen vor Ort. Dabei zeichnet sich das Private Banking der Stadtsparkasse Düsseldorf vor allem durch die Kombination aus lokaler Verbundenheit und weltweiter, nachhaltiger Wertschöpfung aus. Wir sprachen mit Andreas Vogt, Generalbevollmächtigter und Direktor Private Banking bei der Stadtsparkasse Düsseldorf, über Vorteile, Ausblicke und Anlagemöglichkeiten und wie sich die Rolle des Private Bankers momentan verändert.

 © Alexander Vejnovic, das-fotostudio-duesseldorf.de

Private Banking? Was ist das überhaupt?

Der Begriff Private Banking wird sehr unterschiedlich behandelt. Ich persönlich sage immer, es ist eine Zusammenarbeit mit vermögenden Privatkunden in einer ganzheitlichen Bandbreite der Finanzdienstleistungen. Dabei würde ich Private Banking nicht nur auf die Wertpapieranlage beschränken. Aktuell verändert sich gerade die Rolle des Private Bankers. Er ist nicht mehr derjenige, der über das gesamte Wissen verfügt und schneller an relevante Informationen kommt, auch durch die Digitalisierung, sondern er ist vielmehr der Kümmerer, der sich um den Kunden mit seinen ganzen finanziellen Belangen kümmert, da auch koordiniert, unterschiedliche Gesprächspartner zusammenbringt, z. B. Anwälte oder Steuerberater.

Wodurch unterscheidet sich die Stadtsparkasse Düsseldorf von anderen Banken, z. B. Privatbanken?

Im Vergleich zu Privatbanken, die sich zumeist verstärkt auf die Vermögensverwaltung konzentrieren, verfolgen wir einen anderen Ansatz. Unsere ganze Organisationsstruktur ist darauf ausgerichtet unsere Kunden ganzheitlich zu betreuen. Auf der einen Seite steht dabei die Wertpapieranlage, auf der anderen Seite Themen wie die klassische Immobilienfinanzierung. Wir verfügen über ein eigenes Team von Immobilien-Finanzierungsspezialisten bei uns im Private Banking, das der jeweilige Kundenberater hinzuziehen kann. Das heißt unsere Kunden haben einen direkten Ansprechpartner. Wenn sie aber sagen, ich benötige Unterstützung bei der Immobilienfinanzierung oder ich möchte mich mit einer Stiftung auseinandersetzen, dann nehmen wir den Immobilienberater, Stiftungsberater oder Generationenmanager dazu. Viele Dinge greifen einfach auch ineinander und wir geben den Kunden da die Fachleute an die Hand, damit sie wirklich einen globalen Überblick haben und ihre individuellen Ziele, Wünsche und Bedürfnisse mit dem Berater auch fachlich fundiert besprechen können. 

Welche Vorteile bietet mir eine Vermögensverwaltung?

Am Anfang muss man zunächst die grundsätzliche Frage stellen, was möchte ein Kunde überhaupt? Möchte er eine klassische Wertpapierberatung von seinem Relationship-Manager, ist er derjenige, der sich regelmäßig über die Märkte austauschen will, aber am Schluss die Entscheidung selber treffen will, welche Anlageform er wählt oder welches Produkt er kauft, oder ist er jemand, der ein Grundsatzgespräch führen will, aber danach alles delegiert im Sinne einer Vermögenverwaltung? Diese Frage ist am Anfang immer ausschlaggebend.

Ab wann kommt ein Private Banking für mich in Betracht? Wie hoch ist die Mindestanlage? 

Ich möchte mich hier gar nicht auf einen bestimmten Betrag reduzieren, natürlich gibt es gewisse Größenordnungen, aber für mich ist immer entscheidend, wie ist eigentlich gerade die Situation des Kunden? Also auf der einen Seite seine Einkommenssituation. Vielleicht möchte er auch erst Vermögen bilden, hat aber bereits ein gewisses Einkommen. Dazu kommt seine Vermögenssituation, vielleicht steht gerade ein Erbe an oder ähnliches. Von daher kann man es gar nicht auf einen Betrag reduzieren. Wenn es am Schluss um eine gewisse Größenordnung geht, sage ich immer, dass so ungefähr ein Vermögen von einer halben Million schon da sein sollte, damit man auch wirklich bei den Anlagen diversifizieren kann.

Wie sieht es aus mit „Strafzinsen“?

Ich möchte mit unseren Kunden eigentlich nicht über Strafzinsen oder ein Verwahrentgelt sprechen. Wenn ich Sie als Kundin nehme und Sie Ihr Geld auf einem Tagesgeldkonto haben, haben Sie einen extremen Kaufkraftverlust. Die aktuelle Inflationsrate nähert sich der 4-Prozent-Marke.Wenn Sie dann noch andere steuerliche Abzüge hinzunehmen, haben Sie eine Situation, dass Sie definitiv Ihr Vermögen nicht mehren, sondern mindern. Kreditinstitute müssen auch Verwahrentgelte entrichten. Ich versuche daher mit den Kunden eine vernünftige und langfristige Anlagestrategie zu entwickeln, denn ich denke, sie sind nicht gut bedient, wenn sie dieses Geld auf einem Spar- oder Girokonto liegen lassen. 

Thema Greenwashing: Wie lässt sich erkennen, ob ein Produkt tatsächlich nachhaltig aufgesetzt ist?

Das ist in der Tat nicht banal. Letztlich geht es darum, nicht auf Organisationen hereinzufallen, die sich durch Marketingmaßnahmen ein grünes

Image verpassen wollen, welches durch entsprechende organisatorische Maßnahmen im Betriebsablauf nicht gerechtfertigt ist. Wir haben uns in Bezug auf unsere Strategie u. a. durch die Beratungsgesellschaft KPMG prüfen lassen. Teil unserer Strategie ist es zum Beispiel, dass wir mit

einer Whitelist der Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS arbeiten, dem Verbändekonzept folgen und die Kundenwünsche transparent dokumentieren. Wir müssen und wollen einfach sicherstellen, dass unsere Kunden, die nachhaltig investieren wollen, auch nachhaltige und gute Investments erhalten.

Welche Rolle spielen nachhaltige Anlagen?

Die Nachfrage und auch das Informationsbedürfnis sind sehr viel größer geworden, wobei ich immer sage, der Kunde verlangt natürlich in erster Linie eine gute Performance, was aus meiner Sicht auch kein Widerspruch ist. Mittlerweile werden wir auch regulatorisch dazu angehalten, bestimmte Dinge bei der Anlageberatung zu erfragen, z. B. welche Wichtigkeit das Thema Nachhaltigkeit für den Kunden hat. Die Aktienanteile in den einzelnen Depots mit Nachhaltigkeitsschwerpunkt haben aber definitiv in den letzten eineinhalb Jahren zugenommen, so wie auch die Risikomentalität aufgrund der aktuellen Zinssituation zugenommen hat. 

Ich habe bereits ein Wertpapierdepot. Wie
aufwändig ist ein Wechsel der Bank für mich?  Welche Kosten entstehen mir dadurch?

Kosten entstehen Ihnen nicht, denn bei einem Übertrag ist es ja nicht so, dass die Papiere dann verkauft werden, so dass Transaktionskosten oder ähnliches entstehen, sondern man macht einen Depotübertrag. Wir bieten unseren Kunden einen gewissen „Umzugsservice“ an, das heißt, dass wir für den Kunden alles übernehmen, so dass er im Zweifel noch nicht einmal zu seiner Bank gehen muss. Natürlich nach dem Wunsch des Kunden, wenn er sagt, er möchte die Werte so behalten, wie sie sind, was in der Regel bei einem Wechsel aber nicht der Fall ist.  Dann schauen wir uns mit dem Kunden gemeinsam an, was man verändern kann oder ob man eine ganz andere Anlageform wählt. Wenn er aus dem klassischen Depot kommt, möchte er vielleicht eine Vermögensverwaltung, ein Depotmandat, haben. 

Alexandra von Hirschfeld 

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