v.l.: Die Geschäftsführer von Schulz & Sohn: Mark Sethe und Klaus Schulz // Fotos: Schulz & Sohn

Was haben Starbucks, McDonald’s und ein Düsseldorfer Familienunternehmen miteinander zu tun?

Schulz & Sohn entwickelt Reinigungskonzepte für professionelle Kaffeevollautomaten – und verbindet 136 Jahre Unternehmensgeschichte mit Wachstum und Transformation. Wir trafen die Geschäftsführer Klaus Schulz und Mark Sethe.

Wer bei Starbucks einen Cappuccino oder bei McDonald’s einen Latte macchiato bestellt, kommt möglicherweise indirekt mit Schulz & Sohn in Berührung. Denn das Düsseldorfer Unternehmen entwickelt individuelle Produkte für Kaffeemaschinenhersteller, die diese unter eigenen Marken vertreiben. „Wir lösen Hygieneprobleme für unsere Kunden und stellen die dafür notwendigen Produkte her“, bringt Klaus Schulz das Geschäftsmodell auf den Punkt.

Seit 2002 sitzt Schulz & Sohn am Höherweg in Düsseldorf-Lierenfeld (Umzug zum Jahreswechsel 2001/2002). Weil das Unternehmen weiter wächst, ist seit Mitte 2026 eine zusätzliche Halle mit über 2.000 Quadratmetern dazu gekommen.

Vom Laden zum Weltmarkt

Die Geschichte beginnt 1890 in Düsseldorf-Oberbilk. Schulz’ Urgroßmutter Antonie führte dort bereits in den 1880er-Jahren einen Konsumladen und machte sich später gemeinsam mit ihrem Mann selbstständig. Aus dem einstigen Einzel- und Großhandel entwickelte sich über Generationen ein Chemieunternehmen.

Als Klaus Schulz 1992 einstieg, beschäftigte das Unternehmen sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sein Vater entwickelte Reinigungsmittel für verschiedenste Branchen und Anwendungen. Die Kunden brachten ihre verschmutzten Teile und Schulz & Sohn suchte nach der passenden Reinigungslösung. So entstanden rund 2.000 Rezepturen für etwa 1.500 Kunden. Dann traf Klaus Schulz eine folgenreiche Entscheidung: Er wollte wachsen und setzte dafür auf Spezialisierung.

Kaffee als Initialzündung

Schon in den 1980er-Jahren hatte Schulz’ Vater einen Reiniger entwickelt, der Kaffeerückstände selbsttätig entfernte. Als in den 1990er-Jahren professionelle Kaffeevollautomaten ihren Siegeszug antraten, war Schulz & Sohn zur richtigen Zeit mit der passenden Lösung am Markt.

Heute arbeitet das Unternehmen mit führenden Maschinenherstellern zusammen, deren Geräte unter anderem bei internationalen Gastronomieketten eingesetzt werden. Statt Standardreiniger anzubieten, entwickelt Schulz & Sohn Lösungen speziell für einzelne Maschinen.

Neue Modelle werden in der eigenen Entwicklung und in einem Technikum untersucht, Reinigungsprogramm und Mittel exakt darauf abgestimmt. Dabei sollen möglichst wenig Wasser, Energie und Chemie eingesetzt und gleichzeitig Mensch und Umwelt geschützt werden. „Wir hören uns an, welches Problem der Kunde hat. Und genau das lösen wir. Nicht mehr und nicht weniger“, erklärt Klaus Schulz.

Bereit für die nächste Etappe

Aus sieben Mitarbeitern sind inzwischen rund 120 geworden, Tendenz steigend. In den kommenden zehn Jahren soll sich der Umsatz verdreifachen. Dafür digitalisiert Schulz & Sohn seine Prozesse, erweitert Kapazitäten und setzt auf KI. Angst vor Jobverlusten soll dabei niemand haben: „Wir stellen sogar weitere Mitarbeiter ein, um mit KI zu arbeiten“, sagt Geschäftsführer Mark Sethe.

Auch Nachhaltigkeit gehört fest zur Unternehmensstrategie. Eine eigene Photovoltaikanlage und ein starkes Engagement bei ÖKOPROFIT sind nur ein Teil davon. Mit Aktionen zu Klimaschutz, Gesundheit und nachhaltiger Mobilität holt Schulz & Sohn auch die Mitarbeiter mit ins Boot – vom Fahrrad-Wettbewerb bis hin zu Projekten für die Renaturierung von Mooren. „Entscheidend ist, die Themen in die Köpfe und Hände der Menschen zu bringen“, so Mark Sethe.

Bis zu 10.000 Flaschen eines Produkts füllt Schulz & Sohn täglich ab. Produziert, konfektioniert und für den weltweiten Versand vorbereitet wird in Düsseldorf.

Dabei prägt ein starker Zusammenhalt die Unternehmenskultur. Flexible Arbeitszeiten und Weiterbildung gehören ebenso dazu wie generationenübergreifende Familienfeste und Kochaktionen. Dann stehen die Geschäftsführer an großen Spaghettitöpfen, während die Mitarbeiter Spezialitäten aus ihren Herkunftsländern mitbringen.

„Vielfalt ist unsere Stärke“, sagt Schulz. „Unterschiedliche Meinungen und Perspektiven helfen uns, gemeinsam die besten Lösungen zu finden.“ Vielleicht liegt genau darin das Erfolgsrezept: 136 Jahre Tradition als Fundament zu nutzen, um immer wieder Neues zu wagen.

https://schulzchemie.com

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