8 April 2021

Weil‘s um mehr als Geld geht

Weil‘s um mehr als Geld geht

Die Bilanz der Stadtsparkasse Düsseldorf mit kräftigem Wachstum

„Zufrieden“ blickt der Vorstand der Stadtsparkasse Düsseldorf auf das Geschäftsjahr 2020 zurück. Dabei betont die Vorstandsvorsitzende Karin-Brigitte Göbel, dass das Jahr wegen der pandemischen Entwicklung kaum mit normalen Maßstäben gemessen werden konnte: „Ab Mitte März haben sich alle darauf konzentriert, die Kundinnen und Kunden sowie die Unternehmen so gut wie möglich durch die Pandemie zu begleiten“, erläuterte sie im Rahmen der digitalen Pressekonferenz.

Wie sehr die unterschiedlichsten Maßnahmen für die Kundschaft im Vordergrund standen, machte der Vorstand bereits zum Beginn der Bilanzpressekonferenz deutlich. Statt der Bilanzsumme ging es eingangs um über 1.700 Tilgungsaussetzungen für Privatkunden, mehrere Tausend Unterstützungsanrufe, die Erreichbarkeit der Filialen, Hygienekonzepte sowie über 11,5 Millionen kontaktlose Bezahlvorgänge. Und auch bei den Unternehmen in der Region kümmerte sich die Sparkasse sofort darum, dass trotz des Lockdowns schnell wieder Geld in die Kasse kam. Acht Projektteams mit mehr als 60 Mitarbeitenden hatten innerhalb von 99 Stunden eine Online-Kreditantragsstrecke auf den Weg gebracht, damit das Geld sofort fließen konnte. 

Diesen Schwung belohnte die private und gewerbliche Kundschaft. Die Bilanzsumme des Institutes, das zu den 10 größten Sparkassen in Deutschland zählt, wuchs um 6,5 Prozent auf 13,46 Mrd. Euro an, weil sowohl die Sparquote als auch der Kreditbedarf kräftig anstiegen. 

Kundeneinlagen – negativer Marktzins belastet

Lediglich im Passivgeschäft blickte die Sparkasse auf ein geringeres Neugeschäft – allerdings ist das eine gute Entwicklung. Der Vorstand betonte, dass „die Bestände in der ersten Jahreshälfte bis Ende Juni im Bereich der täglich fälligen Gelder stark anstiegen. Mit dieser Anlageform büßen unsere Kunden wegen der Inflation und Niedrigzinsen nur Vermögen ein. Und auch für die Sparkasse sind Tagesgelder zu teuer, weil der Marktzins negativ ist“, führten Karin-Brigitte Göbel, Uwe Baust, Dr. Stefan Dahm und Dr. Michael Meyer aus. 

Die Sparkasse startete daraufhin eine Beratungsoffensive und schrieb Kunden mit einem Vermögen von über 250.000 Euro auf Konten mit täglicher Fälligkeit an, um individuell passende Anlageformen zu erörtern. Alternativ konnten Verwahrentgeltvereinbarungen unterschrieben werden. Die Sparkasse limitierte damit auch weitere Zuflüsse, sodass zum Jahresende Einlagen im Gesamtwert von 10,19 Mrd. Euro bilanziert wurden (+2,9 %). 

Wertpapierinvestments rund um Health Care, Digitalisierung, Konsum und Nachhaltigkeit gefragt

Als Anlagealternative haben sich viele Kunden auch für Wertpapierinvestments entschieden, obwohl der Aktienmarkt zunächst kräftig unter der Pandemie litt. Der DAX sackte von 13.249 Punkten zum Jahresstart bis auf den Stand von 8.441 Punkten im Frühjahr. Am Jahresende jedoch war die Welt, zumindest beim DAX, wieder in Ordnung: Endstand 13.719 Punkte (+3,6 %). 

Die Kunden kauften und verkauften Wertpapiere (Kommissionsgeschäft) im Gegenwert von über 5,27 Mrd. Euro (+19 %) und setzten nach Beobachtung der Berater primär auf Diversifikation über Fonds und Zertifikatslösungen. „Besonders Themenfonds wie z. B. Health Care, Digitalisierung, Konsum und der Aspekt Nachhaltigkeit interessierten unsere Kunden“, führte Göbel aus. 

Zuwächse im Kreditgeschäft 

Im Kreditgeschäft bilanzierte die Sparkasse zum Jahresende 9,64 Mrd. Euro (+7,7 %) und verwies auf sehr gute Zuwächse bei den Neuzusagen an private Kunden (+13,9 %) und an Unternehmenskunden (+15,8 %). Bei den privaten Kunden führte der Vorstand den guten Zuwachs primär auf eine sehr hohe Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen zurück (630,2 Mio. Euro nach 518,4 Mio. Euro im Vorjahr). Göbel: „Die Nachfrage nach Immobilien ist ungebrochen groß. Ein Beispiel: Unsere Maklerabteilung S-Immobilien verkaufte im letzten Jahr 98 Objekte (+72,2 %) im Gesamtwert von fast 40,9 Mio. Euro (+90.6 %) nach 55 Objekten im Gesamtwert von 21,5 Mio. Euro im Vorjahr.“ 

Bei den Firmenkunden trugen vor allem die Corona-Hilfen und die schnelle Unterstützung der Sparkassen-Berater sowie die medienbruchfreie Antragstrecke zu einem guten Zuwachs bei. Insgesamt bewilligte die Stadtsparkasse für die Unternehmen neue Darlehen im Gegenwert von 1,5 Mrd. Euro (+15,8 %). Davon waren 403,1 Mio. Euro Fördermittel. 

v.l. Dr. Stefan Dahm, Mitglied des Vorstandes, Karin-Brigitte Göbel, Vorstandsvorsitzende der Stadtsparkasse Düsseldorf, Uwe Baust, Mitglied des Vorstands, Dr. Michael Meyer, Mitglied des Vorstandes

Positive Ertragsentwicklung 

Durch einen – trotz der Pandemie – nahezu stabilen Provisionsüberschuss (87,3 Mio. Euro / -1,4 %) sowie ein striktes Kostenmanagement gelang es der Stadtsparkasse, die sinkenden Erträge aus dem Zinsüberschuss in Folge der anhaltenden Null- bzw. Negativzinspolitik (165,3 Mio. Euro / -14,1 %) in Teilen auszugleichen. So senkte die Stadtsparkasse die Sachkosten um 6,8 Mio. Euro und die Personalkosten um 7,4 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis vor Bewertung beträgt nach vorläufigen Zahlen 64 Mio. Euro nach 77,9 Mio. Euro in 2019. Das Betriebsergebnis nach Bewertung beträgt 58,5 Mio. Euro nach 73,1 Mio. Euro. 

Weil’s um mehr als Geld geht 

Auch wenn der Begriff „Bürgerdividende“ im Duden nicht zu finden ist, drückt er nach Einschätzung der Sparkassen sehr gut aus, was die Institute den Einwohnern einer Stadt über das Banking hinaus an Mehrwert bieten. Die Stadtsparkasse hat in Spenden, Sponsoring, PS-Zweckerträgen sowie Stiftungsausschüttungen im vergangenen Jahr rund 2,2 Mio. Euro für 673 Projekte zur Verfügung gestellt. Rechnet man 8,6 Mio. Euro gewinnabhängige Steuern für die Städte Düsseldorf und Monheim dazu, so ergibt sich ein Wert von 10,8 Mio. Euro. 

Jüngere Kundengruppen beteiligen

Neue und nicht nur digitale Wege sucht die Stadtsparkasse mit ihren jüngeren Kundengruppen. „Die sogenannte Generation Z sprüht vor guten Ideen, wie wir u. a. bei unserem Wettbewerb #buildyourbank feststellen konnten. Die Siegeridee planen wir gerade weiter und ich hoffe, dass ich nicht erst zur nächsten Bilanzpressekonferenz darüber berichten kann“, betonte Göbel. 

Mobile Banking neu erfunden: Zweiter Sparkassenbus geht auf Tour 

„Das in 2019 gestartete Angebot einer mobilen Filiale wird von unseren Kundinnen und Kunden sehr gut angenommen. Um die lokale Präsenz auch an weiteren Standorten zu verstärken, haben wir uns dazu entschlossen, einen zweiten Sparkassenbus einzusetzen“, sagte Privatkundenvorstand Dr. Michael Meyer.

Kleiner Innenraum, großer Service

Der neue Sparkassenbus ist bereits im Testbetrieb und wird ab April in den Stadtteilen Friedrichstadt, Hellerhof, Knittkuhl, Lierenfeld, Lohausen, Mörsenbroich und Niederkassel zum Einsatz kommen. Wenn die Probehaltestellen von den Bürgerinnen und Bürgern gut angenommen werden, entscheiden der Verwaltungsrat und die aufsichtsrechtlichen Gremien über die Genehmigung der Standorte. 

Ausgestattet ist der barrierefreie Sparkassenbus mit einem Geldautomaten sowie einem Raum für Beratungen. Daneben sind verschiedene Services möglich: Kunden können Geld einzahlen oder abheben, Kontoauszüge ziehen, Überweisungen tätigen und Daueraufträge bearbeiten lassen. Weiterhin stehen persönliche Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung. Die Stadtsparkasse wird dann mit 30 Geschäftsstellen, 50 SB-Standorten und 15 Haltestellen der mobilen Filialen flächendeckend in der Region vertreten sein.

Die Stadtsparkasse Düsseldorf erweitert ihr mobiles Filialsystem um einen zweiten Bus. Jeweils an einem festen Termin in der Woche werden sieben neue Haltestellen angefahren.

Banking auf einen Klick

„Die Stadtsparkasse Düsseldorf ist nur einen Klick von ihren Kunden entfernt, per Computer, Smartphone und Co.“, sagte Karin-Brigitte Göbel. Immer mehr Menschen nutzen die Online-Banking-Angebote der Stadtsparkasse Düsseldorf. So stieg die Anzahl der Online-Banking-Teilnehmer per Smartphone von 188.000 in 2019 auf 201.000 in 2020.

Virtueller Warteassistent

Ein neues Angebot der medialen Filiale ist der virtuelle Warteassistent, der im Dezember 2020 als Pilotprojekt angestoßen wurde. Dabei übernimmt ein virtueller Assistent für Kunden das Warten am Telefon oder bucht einen verbindlichen Rückruftermin. Aufgrund der guten Kundenresonanz und den positiven Auswirkungen auf die Servicequalität wird der Warteassistent in den Regelbetrieb übernommen.

Alexandra von Hirschfeld

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