Fotos: Pablo Bicheroux, KECK&FRECH
Innovationen von Beauty bis Biotech
Mit welchen Tech-Ideen Gründerinnen die Szene aufmischen, erfuhren die rund 150 Gäste in den Pitch-Präsentationen: Da ist zum Beispiel Choosy, eine App, die Nutzerinnen und Nutzern dabei unterstützt, Mahlzeiten zu planen, Rezepte auszuwählen und automatisch Einkaufslisten zu erstellen. Die Anwendung soll zu den meistgenutzten Essensplanungs-Anwendungen im deutschsprachigen Raum gehören.
Katharina Gortat CEO, Founder SHE Grows Academy, Board Member La French Tech Düsseldorf
Bei Change Path geht es um die persönliche Entwicklung. Die Plattform kombiniert Coaching-Elemente mit digitalen Tools und soll Menschen dabei unterstützen, Ziele klarer zu definieren und Veränderungen im Alltag strukturiert umzusetzen.
Mit einem wissenschaftlichen Schwerpunkt ging das Kölner Start-up VitrofluidiX auf den Markt. Das Unternehmen greift ein grundlegendes Problem der medizinischen Forschung auf. Viele Medikamente scheitern noch immer spät in der Entwicklung, weil gängige präklinische Modelle – etwa Zellkulturen oder Tierversuche – menschliche Reaktionen nur unzureichend vorhersagen. Das Kölner Start-up entwickelt deshalb eine sogenannte Organ-on-Chip-Plattform, mit der physiologische Prozesse des menschlichen Körpers im Labor realitätsnäher nachgebildet werden können. Ziel ist es, Wirkstoffe früher und präziser zu testen, Entwicklungszeiten zu verkürzen und langfristig Tierversuche zu reduzieren.
Und schließlich Femion: Das MedTech-Start-up entwickelt ein Gerät gegen starke Menstruationsschmerzen mit dem Namen Tamp-On. Spezielle Vibrationsimpulse sollen Schmerzen lindern – ohne Medikamente oder Hormone.
Moderiert wurden die Pitch-Präsentationen von Katharina Gortat, Gründerin der SHE Grows Academy, einer Plattform, die Unternehmerinnen beim Aufbau ihrer Start-ups unterstützt – mit strategischem Wissen, Mentoring und einem Netzwerk aus Gründerinnen und Expertinnen.
Die Pitch-Präsentationen zogen geballte Aufmerksamkeit auf sich.
Netzwerke bleiben entscheidend
Adrien Serres, Co-Präsident von La French Tech Düsseldorf, betonte in seiner Rede, dass es noch immer strukturelle Hürden gäbe – etwa beim Zugang zu Kapital oder zu wichtigen Netzwerken. Die Initiative La French Tech Düsseldorf gehört zu einer weltweiten Initiative mit mehr als hundert regionalen Communities, die Innovation und Unternehmertum fördern.
Ein zentrales Thema vieler Gründerinnen ist weiterhin der Zugang zu Netzwerken und Finanzierung. Studien zeigen, dass 42 Prozent der Start-ups scheitern, weil sie die Bedürfnisse des Marktes falsch einschätzen. Gleichzeitig geben 70 Prozent der Gründerinnen an, dass ihnen vor allem Kontakte zu Sparringspartnern und Investoren fehlen. Genau hier setzen Formate wie Women in Tech an.
Adrien Serres, Co-Präsident von La French Tech Düsseldorf
Arooj Humayun, CIO von L’Oréal DACH
Beauty trifft Technologie
Arooj Humayun, CIO von L’Oréal DACH, unterstrich die Bedeutung von Technologie für das Unternehmen. Der Konzern verstehe sich inzwischen als „Beauty Tech“-Company. Weltweit arbeiten tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter daran, Kosmetik, Data-Science und digitale Technologien miteinander zu verbinden. Ziel ist es, Produkte und Services stärker zu personalisieren und neue digitale Beauty-Erlebnisse zu schaffen.
Dass zum Gründen mehr gehört als eine gute Idee, weiß Dr. Patrick Müller, Partner der Wirtschaftskanzlei Heuking. Er begleitet mit seinem Team zahlreiche Start-ups und Venture-Capital-Finanzierungen. „Unternehmertum ist eine Reise“, erklärte er. „Am Ende erreichen diejenigen ihre Ziele, die nicht aufgeben.“
