17 November 2020

Treibstoff für Innovationen

Treibstoff für Innovationen

Frisches Geld für Start-ups aus dem Rheinland

neoteq ventures schließt First Closing ab. 30 Millionen Euro sind schon im Topf: Mit diesem Volumen ist jetzt der neue Earlystage Venture Capital-Fonds „neoteq ventures“ an den Start gegangen. Der Fonds soll der boomenden Start-up- und Gründerszene im Rheinland finanziell unter die Arme greifen. Hauptinvestor ist die NRW.BANK. Weitere Ankerinvestoren sind die Stadtsparkasse Düsseldorf, die Kreissparkasse Köln und die Sparkasse KölnBonn

Google, Facebook und Co. haben gezeigt, wie es geht: Mit innovativen Geschäftsmodellen und neuen Technologien dynamisch zu wachsen und als junge Unternehmen eine weltweit dominierende Marktstellung zu erlangen, tausende von Angestellten zu beschäftigen und zu den wertvollsten Unternehmen der Welt zu werden. Diese beeindruckenden Success-Stories zeigen, warum Start-ups ganz oben auf der wirtschaftspolitischen Agenda stehen.

Jedes fünfte deutsche Start-up kommt aus NRW. Das ist nicht verwunderlich, denn das Land eröffnet einen spannenden Markt. Im wirtschaftlich größten Bundesland arbeiten die Global Player aus Handel und Industrie sowie die mittelständische Wirtschaft intensiv an der digitalen Transformation. An unseren Hochschulen studieren rund 90.500 Studentinnen und Studenten in den Bereichen Elektro-/Informationstechnik und Informatik – ein einzigartiger Pool an Talenten. Spitzenwissenschaftler im Land forschen zu allen wesentlichen Themen des digitalen Wandels. Somit bietet NRW Unternehmen der Digitalwirtschaft ein hervorragendes Umfeld, sich am Standort zu entwickeln.

© Alexander Vejnovic, das-fotostudio-duesseldorf.de

Dynamisch wachsende Startup-Szene

Junge Start-ups in der Seed- und Gründungsphase finden in NRW mittlerweile ein dichtes Netzwerk an Unterstützern. Inkubatoren wie zum Beispiel „Startplatz“ in Düsseldorf und Köln oder „Co:Forward“ in der Region Aachen fördern Start-ups mit Arbeitsräumen und Qualifizierungsmaßnahmen. Die Landesregierung etablierte bereits 2016 sechs regionale „Digital Hubs“ in Aachen, Bonn, Düsseldorf/Rheinland, Köln, im Münsterland und im Ruhrgebiet, um Start-ups mit dem Mittelstand und großen Industrieunternehmen zu vernetzen. Auch immer mehr NRW-Konzerne investieren in innovative Technologien und Geschäftsmodelle. Durch die Corona-Krise sind Start-ups auf der wirtschaftspolitischen Agenda noch höher gestiegen. Denn da sich Kunden und Investoren krisenbedingt zurückhielten, kamen viele Start-ups in eine existenzbedrohende Lage. Mit dem neoteq Fonds erhält jetzt die Start-up-Szene weitere dringend benötigte Finanzierungsmöglichkeiten.

 „Als Förderbank für Nordrhein-Westfalen ist es unser Ziel, dass jede gute Idee die passende Finanzierung erhält – und Venture Capital ist der richtige Treibstoff für junge innovative Unternehmen“, sagt Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.BANK. „Neoteq ventures schließt mit seiner Ausrichtung auf innovative Start-ups eine Finanzierungslücke für das Rheinland und trägt so dazu bei, die Start-up-Szene in der Region nachhaltig zu fördern. Deshalb sind wir auch schon früh als Ankerinvestor eingestiegen.“

 Das Fondsmanagement übernehmen die beiden Founding Partner von neoteq ventures: B. J. Park und Simon Schneider. „Unser Ziel ist, für Start-ups aus dem Rheinland erster Ansprechpartner zu werden, wenn es um das Thema Venture-Finanzierung geht“, sagt Simon Schneider.
B.  J. Park ergänzt: „Der digitale Wandel eröffnet viele Chancen für spannende technologiebasierte Geschäftsmodelle. Das ist unser Treiber. Wir suchen Start-ups mit einem klaren Tech-Fokus und dem Potential, Marktführer zu werden.“

 Neben der NRW.BANK und den genannten Sparkassen sind auch die Henkel AG, die Deutsche Telekom, mittelständische Unternehmen aus der Region und eine Reihe herausragender Unternehmerpersönlichkeiten und Investoren aus der Privatwirtschaft wie Solarworld-Gründer Frank Asbeck oder die Weber-Unternehmensgruppe aus Pulheim, ein Spezialist im Bereich Rohrleitungsbau, am Fonds beteiligt.  „Auch Gründer, in die wir früher investiert haben, sind dabei“, erklärt Schneider. Bis Sommer nächsten Jahres können weitere Investoren einsteigen. Erklärtes Ziel ist es, das Fonds-Volumen bis zum Sommer kommenden Jahres auf 40 bis 60 Millionen zu steigern. Die Fonds-Laufzeit soll 10 Jahre betragen.

NRW-Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart begrüßt den Start des neuen Fonds: „Mit der neuen Gründerzeit geben wir unternehmerischen Talenten in Nordrhein-Westfalen beste Chancen zum Gründen und Wachsen. Damit aus guten Ideen erfolgreiche Start-ups werden, brauchen wir noch mehr Chancenkapital.“ Viele Gründer zöge es nach Berlin. Ein wichtiges Ziel sei es, möglichst viele wieder ins Rheinland umzulenken, so Pinkwart. Dabei sei die finanzielle Unterstützung von Start-ups in frühen Phasen ein wichtiger Faktor, um entsprechende Anreize zu bieten.

Investment in der Frühphase

In der Early Stage Phase wird jetzt die Suche nach den richtigen Start-Ups verstärkt. „Wir werden gezielt ein Trendscouting betreiben, um interessante Start-ups in der Region zu identifizieren. Dabei werden wir uns vor allem auf technologiegetriebene Start-ups über alle Branchen hinweg fokussieren. Wir zielen auf ein Portfolio von ca. 30 Unternehmen ab, die wir im Laufe der Fondslaufzeit finanzieren. Dazu haben wir bereits eine entsprechende Pipeline an interessanten Start-ups aufgebaut“, sagt Simon Schneider, 

Die Corona-Krise habe das Fundraising erschwert, erklärt Simon Schneider. Von Mitte März bis Ende Mai dieses Jahres seien so gut wie keine persönlichen Treffen möglich gewesen: „Die Bereitschaft, solche Investitionen per Zoom-Call Videokonferenz zu tätigen, war natürlich begrenzt.“ Dennoch wurde das erste Etappenziel erreicht.

Nach dem First Closing könne nun mit den Investitionen begonnen werden. Parallel sollen aber noch weitere Geldgeber gefunden werden. 

Dabei setzt Neoteq Ventures vor allem auf ein Investment in frühen Unternehmensphasen, den Seed-Finanzierungsrunden, in so genannte Series-A-Runden. Einzelne Start-ups können ab 250.000 bis vier Millionen Euro Kapital erhalten, erklärt Park. An die Investments sollen keine besonderen Auflagen geknüpft sein, wie beispielsweise eine Verpflichtung der Gründer ihren Firmensitz im Rheinland zu behalten. In Ausnahmefällen sei der Fonds auch bereit in Start-ups außerhalb der Region zu investieren, sagt Park.

Alexandra von Hirschfeld

Über die neoteq ventures management GmbH 

Die neoteq ventures management GmbH mit Sitz in Köln übernimmt das Management des neoteq ventures-Fonds. Der Earlystage Venture Capital-Fonds investiert in Gründerteams mit technologiebasierten Unternehmungen im Rheinland und darüber hinaus. Founding Partner sind B.  J. Park (37), früher als selbständiger Berater und bei der Mediengruppe RTL tätig, und Simon Schneider (48), zuletzt bei der Maschmeyer Group. Gemeinsam bringen sie mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bereich Venture Capital sowie ein starkes Netzwerk in die Gründerszene mit.

Hier gehts zum ZOO:M E-Magazin