Rimante und Christian Groß, die Gründer von RheinInsights / Foto: Nils Kemmerling
Das Düsseldorfer Start-up RheinInsights verbindet Firmenwissen mit KI – ohne dass ein einziges Byte das Intranet verlässt.
Das Problem kennt jeder, der schon einmal versucht hat, einen alten Vertrag, ein internes Dokument oder eine Präsentation aus dem Firmennetz zu fischen. Genau hier setzt RheinInsights an. Das Düsseldorfer Tech-Unternehmen wurde von Rimante und Christian Groß vor zwei Jahren gegründet und hat eine Unternehmenssoftware entwickelt, die sich am besten so beschreiben lässt: Ein Google und ChatGPT für Unternehmen – für den internen Gebrauch.
Das Credo der beiden Gründer lautet: „Auch die beste KI ist begrenzt, solange sie keinen Zugriff auf relevante Informationen hat.“ Während Tools wie ChatGPT oder Gemini mit öffentlichem Wissen arbeiten, bleibt das interne Know-how eines Unternehmens –Verträge, Tickets, E-Mails, Berichte – für KI-Systeme häufig vollständig unsichtbar. RheinInsights schließt genau diese Lücke: Die Software verknüpft bis zu 40 verschiedene Datenquellen. „Wir verbinden mit unserer Software Wissensinseln, die ein Unternehmen hat, und das unabhängig von den Anbietern“, erklärt die BWL-erin Rimante Groß.
Daten bleiben, wo sie hingehören
Was RheinInsights von anderen Anbietern unterscheidet, ist das Datenschutzprinzip. „Wir liefern nur die Lizenz und die Software“, erklärt der Informatiker Dr. Christian Groß. Die Daten verlassen das Unternehmen zu keinem Zeitpunkt. Ob on-premise, also über den firmeneigenen Rechner, oder in der Unternehmenscloud – die Software läuft auf beiden Varianten. Wer heute auf Amazon Web Services setzt und morgen auf eine europäische Alternative umsteigen möchte, kann das ohne Reibungsverluste tun. Ein klarer Pluspunkt in Zeiten, in denen Datensouveränität und EU-AI-Act-Konformität für viele Unternehmen zum Reizthema geworden sind.
Die Einrichtung funktioniert wie ein Plug-and-play-System: Alle Unternehmensdaten werden automatisch innerhalb von Minuten bis Stunden indexiert, bei Rückfragen gibt es Support von RheinInsights. Ab etwa 100 Mitarbeitern lohnt sich der Einstieg, für wissensintensive Dienstleister mitunter schon früher. Suchergebnisse werden ähnlich wie bei dem Large Language Model (LLM) Perplexity mit transparenten Quellenangaben ausgewiesen, sodass jederzeit nachvollziehbar bleibt, aus welchem Ordner oder System eine Information stammt. „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen präzise Antworten aus dem eigenen Wissensbestand – inklusive Berechtigungssteuerung – direkt in Tools wie Teams oder Microsoft Copilot“, so Dr. Groß.
Zu den Kunden des Start-ups zählen neben Automotive-Kunden und Mittelständlern auch eine Großbank. RheinInsights sieht sich als Spezialist für datenschutzkonforme und herstellerunabhängige Nutzung von Wissens-KI – entweder mit oder auch ohne externe Cloud.
