2 Februar 2020

La Vendetta – Rache im Kino

La Vendetta – Rache im Kino

Das Filmmuseum Düsseldorf, Schulstraße 4, lädt vom Samstag, 1. Februar, bis Samstag, 22. Februar, zu einer Filmreihe zum Thema Rache ein. Unter dem Titel “La Vendetta – Facetten und Motive von ‘Rache’ im Kino” können sich Filmbegeisterte insgesamt neun Filme aus verschiedenen Dekaden und Genres anschauen. Schauplatz der Filmreihe ist die Black Box des Filmmuseums. Der Eintritt beträgt regulär sieben Euro, ermäßigt fünf Euro. Besitzer des Black-Box-Passes zahlen vier Euro.

Rache ist ein Motiv und Thema, das schon so lange existiert, wie die Menschheit selbst: ob in der griechischen Mythologie, in antiken Dramen, in Shakespeares Tragödien oder in der heutigen Popkultur. Im Kern manifestiert es sich als Gefühl und Impuls, das – tief im Menschen verankert – wohl jeder bereits empfunden hat. Rache ist oftmals der Wunsch, ein erlittenes Unrecht wieder auszugleichen. Doch nicht nur die Intentionen sind facettenreich, sondern auch die Art der Inszenierung: Der Film als audiovisuelles Medium bietet verschiedenste Darstellungsmöglichkeiten, derer sich die unterschiedlichen Genres auf ihrer Weise bedienen. So allgemeingültig sich die Rache als Motiv auch präsentiert, so einflussreich hat es sich in einen Filmkanon eingeschrieben und das Medium Film dafür auf vielseitige Weise eine faszinierende Sprache gefunden. Diese soll in der Reihe “La Vendetta” untersucht, verstanden und erlebt werden.

Filmprogramm

Samstag, 1. Februar, 19 Uhr
DEATH WISH – EIN MANN SIEHT ROT
USA 1974, 93 Minuten, ab 16 Jahren, Regie: Michael Winner, Drehbuch: Wendell Mayes, Kamera: Arthur J. Ornitz, Darsteller: Charles Bronson, Vincent Gardenia, Hope Lange, Steven Keats u.a.
Gemeinsam drehten Regisseur Michael Winner und Actionheld Charles Bronson insgesamt sechs Filme. Das bekannteste und wohl auch ikonischste Werk aus diesem Spektrum ist “Death Wish” über einen Familienvater, der Selbstjustiz übt.

Sonntag, 2. Februar, 17 Uhr
KIND HEARTS AND CORONETS – ADEL VERPFLICHTET
GB 1949, 106 Minuten, ab 16 Jahren, Regie: Robert Hamer, Drehbuch: Robert Hamer, John Dighton nach dem Roman von Roy Horniman, Kamera: Douglas Slocombe, Darsteller: Alec Guiness, Dennis Price, Audrey Fildes, Valerie Hobson, Joan Greenwood
Der kleine Verkäufer Louis Mazzini, Sohn eines italienischen Tenors und einer britischen Adeligen, ermordet aus Rache für die schlechte Behandlung seiner Mutter und mit aberwitzigem Einfallsreichtum acht Verwandte, die vor ihm erbberechtigt sind. Alec Guiness verkörpert mit unglaublicher Wandlungsfähigkeit die gesamte Familie D’Ascoyne: als Herzog, Bankier, Bischof, General, Admiral, Jung-Ascoyne, Lady Agatha und Jung-Henry.

Mittwoch, 5. Februar, 20 Uhr
THE OUTLAW JOSEY WALES – DER TEXANER
USA 1976, 135 Minuten, ab 16 Jahren, Regie: Clint Eastwood, Drehbuch: Philip Kaufman und Sonia Chernus nach einem Roman von Forrest Carter, Kamera: Bruce Surtees, Darsteller: Clint Eastwood, Chief Dan George, Sondra Locke, Bill McKinney, John Vernon, Paula Trueman u.a.
Der Film erzählt die Geschichte des Farmers Josey Wales, dessen Familie während des Bürgerkrieges von irregulären Soldaten der Nordstaaten überfallen und ermordet wird. Wales sinnt auf Rache und sieht die beste Chance diese zu verwirklichen, indem er sich den Widerstandskämpfern der Südstaaten anschließt.

Freitag, 14. Februar, 21 Uhr
OLDEUBOI – OLDBOY
COR 2003, 120 Minuten, ab 16 Jahren, Regie: Park Chan-wook, Drehbuch: Hwang Jo-yoon und Park Chan-wook, Kamera: Chung Chung-hoon, Darsteller: Choi Min-sik, Yoo Ji-tae, Kang Hye-jeong, Oh Dal-su u.a.
Oh Dae-su ist nicht gerade der typische Familienvater oder gar ein liebenswerter Mensch. Eines Abends muss er von einer Polizeiwache abgeholt werden, nachdem er sturzbetrunken Frauen belästigt hat. Anschließend wird er von Unbekannten entführt und in einen Raum gesperrt. Dort lebt er anschließend in gänzlicher Isolation, nicht wissend, wer seine Entführer und Peiniger sein könnten. Nach 15 Jahren wird Oh Dae-su völlig überraschend frei gelassen. Getrieben von Rache-Gefühlen, aber auch von dem großen Wunsch nach Antworten, bestreitet er einen Weg, der den Zuschauern genauso viel abverlangt wie Oh Dae-su selbst.

Sonntag, 16. Februar, 17 Uhr
FURY – BLINDE WUT
USA 1936, 90 Minuten, ab 12 Jahren, Regie: Fritz Lang, Drehbuch: Bartlett Cormack, Fritz Lang, Kamera: Joseph Ruttenberg, Darsteller: Sylvia Sidney, Spencer Tracy, Bruce Cabot u.a.
Joe Wilson, ein Durchreisender unterwegs zu seiner Braut, wird in einer Kleinstadt das Opfer von Massenhysterie und Lynchjustiz. Ein Kind wurde gekidnappt. Obwohl die Beweise offensichtlich mangelhaft sind, schwört der aufgebrachte Mob kollektiv Rache an Joe Wilson und befördert ihn zunächst in den Knast. Die aufgeputschte Menge versammelt sich vor dem Gefängnis, um den Sheriff und seine Gehilfen zu überwältigen.

Mittwoch, 19. Februar, 20 Uhr
SHURAYUKI-HIME · LADY SNOWBLOOD
J 1973, Regie: Toshiya Fujita, Drehbuch: Kazuo Uemura und Kazuo Koike, Kamera: Tamura Masaki, Darsteller: Meiko Kaji, Toshio Kurosawa, Masaaki Daimon, Miyoko Akaza, Shinichi Uchida u.a.
“Lady Snowblood” gilt als Klassiker seines Genres und war eine wesentliche Inspiration für Quentin Tarantinos “Kill Bill”-Reihe. Bei einem Vergleich wird offensichtlich, dass nicht nur das vordergründige Motiv der Rache die beiden Filme verbindet, sondern Tarantino sich auch an anderen Aspekten von Fujitas Werk bedient hat. Im Vordergrund steht jeweils eine starke Protagonistin, die ihren persönlichen Rachefeldzug mit einem Samurai-Schwert bestreitet. Zudem gilt der besagte Feldzug gleich mehreren Feinden, die nacheinander aufgesucht und allesamt getötet werden müssen, da die Rache nur so zur Gänze vollbracht wird. Darüber hinaus haben beide Frauen einen alten Lehrmeister, der sie im Schwertkampf und in verschiedenen Kampfkünsten unterrichtet.

Freitag, 21. Februar, 20.30 Uhr
IRRÉVERSIBLE · IRREVERSIBEL
F 2002, Regie/Drehbuch: Gaspar Noé, Kamera: Benoît Debie, Gaspar Noé, Darsteller: Vincent Cassel, Monica Bellucci, Albert Dupontel, Jo Prestia, Philippe Nahon
Bereits der Beginn von IRREVERSIBLE ähnelt einem Sturz in die Hölle: Die Kamera steht buchstäblich Kopf, fährt einen Hinterhof hoch und in kreisenden Bewegungen hinein in das Dunkel eines schwulen Sadomaso-Clubs, in dem schließlich einem Mann mit einem Feuerlöscher das Gesicht eingeschlagen wird. Eine Erklärung wird zunächst nicht gegeben, sondern – und das ist der Coup des Films – in einer rückwärts erzählten Handlung episodenhaft aufgedeckt.

Samstag, 22. Februar, 19 Uhr und 21 Uhr
KILL BILL VOL. 1 und VOL. 2
USA 2003/2004, Regie/Drehbuch: Quentin Tarantino, Kamera: Robert Richardson, Darsteller: Uma Thurman, Daryl Hannah, David Carradine, Vivica A. Fox, Michael Madsen, Gordon Liu u.a.
Quentin Tarantino ist bekennender Genre-Fan und hat erwiesenermaßen eine Schwäche für Rache-Filme, die er wegen ihrer Einfachheit liebt. Daher macht “Kill Bill” von der ersten Szene an keinen Hehl daraus, worum es in diesem Zweiteiler geht: Einen blutigen Rachefeldzug. Ein fünfköpfiges Killer-Kommando hat Beatrix Kiddo, die zu Beginn “die Braut” genannt wird, brutal zugerichtet und fast getötet. Nach Jahren erwacht sie aus ihrem Koma und schwört Rache. Sie erstellt eine Todesliste, die chronologisch abgearbeitet wird und an deren letzter Stelle der Name Bill steht, ihr ehemaliger Boss und Geliebter, der Drahtzieher des Killer-Kommandos war.