29 August 2020

Aquazoo: Ein Fisch namens Doktor

Aquazoo: Ein Fisch namens Doktor

Tier-Patenschaft beim Aquazoo

Einen gelben Segelflossen-Doktorfisch hatte sich die ZOO:M-Redakteurin Susan Tuchel als „Patentier“ ausgesucht – beim Besuch am Freitag und sprach sie mit Jochen Reiter, dem Direktor des Aquazoo Löbbecke Museums, über die aktuelle Situation: „Wir kommen aktuell auf höchstens 50 Prozent unserer normalen Besucherzahlen“, so Reiter. Dabei gehörte der Aquazoo vor Corona mit 450.000 Besuchern zur bestbesuchten Kultureinrichtung der Stadt. Nach dem Lockdown konnten die Besucher nur Online-Tickets buchen. Mittlerweile gibt es auch wieder eine Tageskasse, gebucht wird jeweils für ein zweistündiges Zeitfenster.

Dass die Tiere auch während des Lockdowns und in Krisenzeiten gefüttert werden müssen, sah auch das Umweltministerium ein und spannte einen Rettungsschirm für die Zoodirektoren in ganz NRW. 281.000 Euro kamen beim Aquazoo an. „Wir haben alleine 17.000 Euro Futterkosten im Monat. Dabei züchten wir die Insekten für unsere Amphibien und Reptilien schon selber“, erklärt Reiter. 

Natur zu Besuch

Der Zoodirektor setzt alles daran, dass mit dem vom Krisenstab der Stadt abgesegneten Hygienekonzept und mit der Aufstockung des Aufsichts- und Reinigungspersonals so viele Veranstaltungen wie möglich stattfinden können. Da viele Familien nicht in Urlaub fahren sind, öffnete das Museum den Ferienraum und auch Bildungsangebote mit bis zu sieben Personen werden wieder regelmäßig wahrgenommen. Da komplette Schulklassen im Moment nicht kommen können, aktivierte Jochen Reiter das Projekt „Natur zu Besuch“, bei dem Pädagogen und Tierpfleger mit Muscheln, Schnecken, Tausendfüßlern oder einer Königspython in die Schulen gehen.

Ziemlich beste Tierfreunde

Der Direktor sieht für das kommende Jahr keine großen Änderungen, sprich keinen Anstieg der Besucherzahlen. Mehr als 285 Besucher dürfen sich nach den jetzigen Hygienebestimmungen nicht auf den 2.000 Quadratmetern aufhalten. Kommentierte Fütterungen werden deshalb wohl auch weiter per Livestream stattfinden müssen. Mit 60.000 Klicks ist die Fütterung der Haie der Spitzenreiter bei Social Media. 

Um die Finanzlage aufzubessern, wirbt der Aquazoo weiter für Patenschaften. In der Bild-Ausgabe vom 28.8.2020
https://www.bild.de/regional/duesseldorf/duesseldorf-aktuell/duesseldorf-stumpfkrokodil-bruce-sucht-einen-paten-72606506.bild.html sucht das Stumpfkrokodil Bruce einen Paten. Für jährlich 500 Euro gibt es eine Urkunde für den Paten und seinen Namen auf der Spendentafel. Aber es geht auch eine Nummer kleiner. Die Patenschaft für den Doktorfisch kostet 75 Euro im Jahr. Der Axolotl ist schon vergeben, aber die Gelbbauchunke und die Seepferdchen warten noch neben vielen anderen Tieren und Pflanzen auf ihre „Pateneltern“. https://www.duesseldorf.de/aquazoo/patenschaften/?L=0 

Susan Tuchel mit Tierpatenschaftsurkunde, Copyright: Alexander Vejnovic 

Beitragsbild: Susan Tuchel (ZOO:M), gelber Doktorfisch und Jochen Reiter, Direktor des Aquazoo Löbbecke Museums, Copyright: Aquazoo Löbbecke Museum