Fotos: Düsseldorfer Jonges/ Wolfgang Harste

Düsseldorfer Jonges würdigen den NRW-Innenminister für konsequentes Handeln und eine spürbar sicherere Altstadt

Als im Henkel-Saal die Ehrenurkunde verlesen wurde, erhob sich das Publikum geschlossen. Herbert Reul stand auf der Bühne, hörte zu, nickte – dann setzte minutenlanger Applaus ein. Standing Ovations für den NRW-Innenminister und für das, wofür er steht.

Dr. Reinhold Hahlhege, Baas der Düsseldorfer Jonges, verliest die Ehrenurkunde.

Die Düsseldorfer Jonges, Europas größter Heimatverein, ehrten Herbert Reul am Dienstag, 9. Dezember 2025, mit ihrer höchsten Auszeichnung, der Großen Goldenen Jan-Wellem-Medaille. Eine Ehrung, die alle zwei Jahre vergeben wird – und die in diesem Jahr ein deutliches Signal setzte: für Haltung, Konsequenz und spürbare Verbesserungen in Düsseldorf.

Sicherheit, die im Alltag ankommt

Dr. Reinhold Hahlhege, Baas der Düsseldorfer Jonges, machte deutlich, warum die Wahl auf Herbert Reul gefallen war. Der Innenminister habe „maßgeblich dazu beigetragen, dass sich Einzelpersonen, Frauen, Kinder und Anwohner in Düsseldorf wieder sicherer fühlen“.

„Für uns Jonges zählt, wer Verantwortung übernimmt und Probleme anpackt“, sagte Hahlhege. Reul habe gezeigt, „dass konsequentes Handeln – Schritt für Schritt – die Lebensqualität in unserer Stadt spürbar verbessert“.

Der Heimatverein verwies auf konkrete Maßnahmen der vergangenen Jahre: den Ausbau des Ordnungsdienstes um rund 150 zusätzliche Kräfte, Streetworker zur Konfliktprävention, bessere Beleuchtung in Altstadt und am Rheinufer sowie die Einrichtung einer gemeinsamen Altstadt-Wache. Die Kriminalität in der Altstadt sei dadurch – entgegen dem überregionalen Trend – deutlich zurückgegangen.

Reul stehe für eine Sicherheitspolitik, die auf „Realismus, Glaubwürdigkeit und kontinuierlicher Arbeit“ beruhe, so der Baas. Probleme würden klar benannt, Lösungen in kleinen, wirksamen Schritten umgesetzt. Zu diesem Politikstil passe auch die persönliche Haltung des Ministers, betonte Hahlhege: Reul „zeigt Kante, spricht, wie ihm der Schnabel gewachsen ist“.  Das mache ihn berechenbar, natürlich, sympathisch und erwecke Vertrauen bei den Menschen.

Eine Medaille mit Gewicht und Geschichte

Die Bedeutung der Auszeichnung ordnete Laudatorin Angela Erwin ein. Die CDU-Landtagsabgeordnete erinnerte daran, dass die Medaille auf die Darstellung des Kurfürsten Johann Wilhelm auf seinem Sarkophag im Mausoleum der Andreaskirche zurückgehe – „ein Stück Düsseldorfer Identität, in Metall gegossen“.

„Herbert Reul ist ein Leuchtturm der Klarheit in der politischen Brandung.“
NRW-Landtagsabgeordnete Angela Erwin

Seit 1936 werde die Große Goldene Jan-Wellem-Medaille alle zwei Jahre vergeben, sagte Erwin, „an Menschen, die Düsseldorf ein Stück besser, sicherer, freier gemacht haben“. Wer sie erhalte, werde Ehrenmitglied der Jonges und gehöre „nicht nur zur Stadt – sondern zum Inventar. Und zwar zum Guten“. Sie ergänzte: Die Liste der bisherigen Preisträger lese sich wie das Who’s who der Düsseldorfer Stadtgeschichte: Johannes Rau, Dr. Fritz Behrens, Klaus Bungert, Joachim Erwin, Armin Laschet und viele weitere prägende Persönlichkeiten.

Der Moment des Preisträgers

Als Herbert Reul schließlich selbst das Wort ergriff, begann er seine Dankesrede mit einem Augenzwinkern. „Das ist immer gefährlich“, sagte er, „wenn man Politikern ein Mikrofon in die Hand gibt. Man weiß ja nie, wie lange das dauert.“ Doch schnell wurde der Ton ernster. „Die Große Goldene Jan-Wellem-Medaille ist etwas Besonderes“, sagte Reul. Gerade weil die Düsseldorfer Jonges ein Verein seien, „der sich nicht nur um sich selbst kümmert, sondern um andere“. Ihr Engagement für die Stadt sei größer, „als manch einer ahnt“.

„Die Große Goldene Jan-Wellem-Medaille ist etwas Besonderes.“
NRW-Innenminister Herbert Reul

„Lassen wir mal die Tassen im Schrank“

Dann folgte ein Satz, der hängen blieb: „Lassen wir mal die Tassen im Schrank.“ Wenn es in den vergangenen Jahren sicherer geworden sei, betonte Reul, dann sei das nicht der Verdienst eines Ministers. Der Dank gelte vor allem den Polizistinnen und Polizisten: „Ihnen, die jeden Tag und jede Nacht auf unseren Straßen unterwegs sind. Ihnen gehört dieser Orden.“

Reul sprach auch über den zunehmenden Vertrauensverlust in der Gesellschaft. Dieser mache ihm, so der Innenminister, „große Sorge“. Es bestehe die Gefahr, dass Vertrauen in staatliche Institutionen verloren gehe – und davon politische Extremisten profitierten. Umso wichtiger sei das Engagement von Vereinen wie den Düsseldorfer Jonges, die dazu beitrügen, „dass Vertrauen in Institutionen wieder zurückkommt“.

Als der Applaus erneut einsetzte, war spürbar: Dieser Abend war mehr als eine Preisverleihung. Er war ein Zeichen für Verantwortung, Vertrauen – und für eine Stadt, in der Sicherheit kein abstrakter Begriff bleiben soll.

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NRW-Innenminister Herbert Reul im Interview – über Sicherheitsgefühl, politische Klarheit und aktuelle Herausforderungen der Sicherheitspolitik

// Sicherheit ist für viele Menschen weniger Statistik als Gefühl. Wann hatten Sie zuletzt den Eindruck: Ja, unsere Maßnahmen kommen tatsächlich bei den Menschen an?

„Wenn wir auf die Zahlen der jährlichen Polizeilichen Kriminalstatistik schauen, sehen wir klar: In Nordrhein-Westfalen gibt es heute weniger Kriminalität als noch vor zehn Jahren. Auch die Aufklärungsquote ist gestiegen, wir lösen mehr Fälle als früher. Diese Zahlen geben uns mit dem, was wir machen, recht. Aber Sicherheit ist ein Gefühl. Und das muss man ernst nehmen. Auch wenn wir rational sagen können, es ist besser geworden. Aber im Vergleich zu 2015 hat sich auch die Verbreitung von Nachrichten stark verändert. Durch das Internet und die Sozialen Medien haben Menschen viel niedrigschwelliger Zugang zu Meldungen aus aller Welt. Vor allem die schlechten verbreiten sich schnell, besser als die guten. Das beeinflusst natürlich auch ein Sicherheitsgefühl.“ 

 

// Ihre Sicherheitspolitik gilt als konsequent und nicht immer bequem. Braucht es aus Ihrer Sicht mehr Mut zu klarer Linie – auch wenn sie nicht jedem gefällt?

„Ja, der Meinung bin ich. Wir brauchen mehr Mut zur klaren Linie. Politik muss auch unbequeme Entscheidungen treffen, auch wenn sie nicht jedem gefallen. Politik darf nicht nur auf Popularität und Wählerstimmen aus sein. Gerade beim Thema Sicherheit darf es keine Kompromisse geben. Und wir müssen uns kümmern – weniger reden, sondern mehr machen. Nur so kommen wir voran. Nur so gewinnen wir das Vertrauen der Menschen.“

 

// Viele der Maßnahmen, die in Düsseldorf umgesetzt wurden – von verstärkter Präsenz bis zu Waffenverbotszonen – werden bundesweit kontrovers diskutiert. Wo ziehen Sie persönlich die Grenze zwischen notwendiger Konsequenz und dem Anspruch auf Freiheit im öffentlichen Raum?

„Die Freiheit des Einzelnen ist wichtig, aber die Sicherheit der Allgemeinheit hat Vorrang. Wir brauchen Maßnahmen wie Waffenverbotszonen, um die Menschen zu schützen, ohne ihnen das zu nehmen, was Spaß macht. Klar, niemand will, dass Weihnachtsmärkte zu Hochsicherheitszonen werden, oder dass an jeder Ecke ein Streifenwagen steht. Aber wenn es darum geht, dass wir sicher feiern oder einfach draußen unterwegs sein können, muss Sicherheit an erster Stelle stehen. Dabei geht es immer um Maß und Mitte. Freiheit geht nur mit Sicherheit.“

 

// Wenn Sie auf Nordrhein-Westfalen schauen: Wo sehen Sie aktuell den größten Handlungsbedarf, damit sich Menschen im Alltag wieder sicher fühlen können?

„Ich glaube, eine große Baustelle, die wir haben, ist Gewaltkriminalität im öffentlichen Raum. Dabei geht es um Körperverletzungen oder um Messergewalt. Das betrifft besonders öffentliche Plätze oder die Bahnhöfe. Ich glaube, wir müssen den Leuten klar machen, dass hier in Deutschland niemand bewaffnet durch die Straßen laufen muss. Weil wir ein sicheres Land sind. Und dass hier nur einer Gewalt anwenden darf, nämlich der Staat. Auf der anderen Seite müssen wir ganz individuell vor Ort schauen: Wo passiert besonders viel? Wo brauchen wir mehr Polizeipräsenz und mehr Ordnungsamt, mehr Videobeobachtung und welche Personen brauchen Waffentrageverbote? Unsere Behörden haben da einige Werkzeuge. Das heißt nicht, dass es damit zu 100 Prozent sicher wird, aber das kann etwas ändern.“

 

// Sie haben zuletzt auch vor einer wachsenden Gewaltbereitschaft bei Kindern und Jugendlichen gewarnt. Wo sehen Sie hier die Ursachen – und welche Rolle spielen soziale Medien?

„Was mir persönlich als ehemaliger Lehrer Sorge bereitet, ist die gestiegene Kriminalität von Kindern und Jugendlichen. Kinder klauen sich gegenseitig Tablets oder Handys oder kommen teilweise mit Messern in die Schule. Zu oft werden Schulhöfe heute Tatorte. Ich bin der Meinung, dass wir viele Antworten darauf, was wir dagegen machen können, auch im Netz, in den sozialen Medien finden. Vieles, was da über die Bildschirme flimmert, mag unterhaltsam sein. Nicht alles, was unsere Kinder da sehen, ist gut für deren Entwicklung. Einiges davon schadet, weil es Gewalt zeigt oder radikale Ideen verbreitet. Und deswegen sollten wir uns auch mit der Frage auseinandersetzen, ob und wie wir den Zugang zu sozialen Medien für Kinder und Jugendliche regulieren können.“

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