23 März 2016

Osterbräuche

Osterbräuche

 

Kaum ein Fest hat so viele Brauchtümer wie das Osterfest, dass jedes Jahr auf ein Wochenende im März oder April fällt. Die meisten österliche Bräuche und Symbole stammen aus der christlichen oder vorchristlichen Religion, wie zum Beispiel das Osterfeuer, die Osterkerze, das Osterwasser und das Osterlamm. Aber was genau hat es mit den österlichen Symbolen eigentlich auf sich? Das ZOO:M hat für Euch recherchiert!

Der germanische Brauch des Osterfeuers ist vor allem im deutschen Norden sehr verbreitet und zelebriert das Ende des Winters. Dabei sitzt man aber nicht nur gesellig am Feuer und erfreut sich an der wohligen Wärme. Denn über die Flammen zu springen, bringt angeblich Glück für das nächste Jahr.

Die Herkunft des Osterhasen ist umstritten. In einer alten Legende wird behauptet, dass der Osterhase ein misslungenes Ostergebäck sei. Ursprünglich galt nämlich das Lamm als österliches Symbol. Es wird erzählt, dass sich einmal beim Backen ein Osterlamm im Ofen so verformt hat, dass es einem Osterhasen ähnelte. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Osterhase, der die Eier färbt und versteckt, ein protestantischer Brauch ist, der sich im 18. Jahrhundert vor allem in städtischen Regionen durchgesetzt hat. Der Brauch, dass verschiedene Tierarten – nicht nur der Osterhase – für das Färben und Verstecken der Eier zuständig sind, geht bis ins 16. Jahrhundert zurück. In Tirol legte lange Zeit die Osterhenne die Eier, in Schleswig-Holstein, Westfalen, Niedersachsen und Bayern kam der Fuchs oder der Osterhahn, in der Schweiz versteckte der Kuckuck die Eier und in Thüringen sogar der Storch. Ab dem 19. Jahrhundert setzte sich dann allerdings der Hase als österliches Symboltier durch. Eine von vielen Erklärung ist, dass der Hase als ein Symbol der Fruchtbarkeit gesehen wird und im 18. oft auf bemalten Ostereiern abgebildet war. Dementsprechend gingen die Menschen davon aus, dass der Hase auch die Eier gebracht hat.

Die Osterkerze ist ein Symbol der Erleuchtung und des ewigen Lebens. Aus Rom ist der Brauch überliefert, den Ostergottesdienst mit zwei meterhohen Osterkerzen zu erleuchten. Entzündet werden sie an einem Osterfeuer vor der Kirche, anschließend trägt sie der Priester dann hinein. Geschmückt ist die weiße Kerze mit einem roten Kreuz und den Zeichen Alpha und Omega, dem ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabetes. Damit wird symbolisiert, dass Christus der Anfang und das Ende der Welt ist.

Das traditionelle Osterlamm geht auf die jüdischen Ursprünge des Osterfests zurück. Das Pessach- oder Passah-Fest wurde in derselben Woche gefeiert, in der auch die Kreuzigung und Wiederauferstehung Christi stattfanden. Da der Pharao sich weigerte, die Israeliten gehen zu lassen, schickte Gott zehn Plagen über Ägypten. Die zehnte Heimsuchung war die Tötung der Erstgeborenen. Damit die Israeliten verschont blieben, sollten sie ein Lamm schlachten, es zubereiten, in derselben Nach verzehren und ihre Häuser nicht verlassen. Außerdem sollten sie mit dem Blut des Lammes ihre Türpfosten bestreichen. Der Engel des Todes würde an den so markierten Häusern „vorübergehen“ (hebr.: pessach) und nur die Ägypter treffen. Seit dieser Zeit gehörte das Opferlamm zum Passah-Fest. Jede jüdische Familie war verpflichtet, zu Passah ein Lamm im Tempel von Jerusalem zu opfern. Nach der Zerstörung des Tempels im Jahre 70 wurde aus der Verpflichtung ein Verbot, da der Tempel nicht mehr existierte, durften auch keine Opferungen mehr stattfinden. Stattdessen wird während dem Passah-Festmahl, eine Lammkeule dargeboten und eine Passage aus der Heiligen Schrift über das Opferlamm rezitiert. Die katholische Kirche hat von Beginn an Christus als „das Lamm Gottes“ mit dem Opferlamm in Verbindung gebracht. Davon abgeleitet wurde das Lamm zum österlichen Symbol.

 

Wie feiern andere Länder das Osterfest?

Auch wenn bei uns in Deutschland der Schwerpunkt der kirchlichen Feiertage eher auf dem Weihnachtsfest liegt, ist Ostern das wichtigste Fest des Kirchenkalenders. Christen aus aller Welt feiern am Ostersonntag die Auferstehung Jesu, allerdings sind Eiersuche und Osterfeuer nicht in jedem Land bekannt. Wie wird in anderen Ländern gefeiert?

Schweden:

In Schweden versteckt kein Hase, sondern ein Küken die Eier. Ihre Wohnungen schmücken die Schweden ebenfalls traditionell in der Farbe des Osterkükens – mit gelben Federbüschen und Birkenzweigen. Bevor die von den Eltern mit Süßigkeiten gefüllten Pappeier am Ostersonntag im Garten gesucht werden, ziehen die schwedischen Kinder schon Gründonnerstag von Haus zu Haus. Mit Kopftuch, langem Rock und Besenstiel als Osterweiber „Påskkärring“ verkleidet, klopfen sie an den Türen und bitten um Süßes, ähnlich wie zu Halloween „süßes oder saures“.

Tschechien:

Ein außergewöhnliches Ritual wird in Tschechien am Ostermontag oder auch liebevoll „Peitschen-Montag“ genannt, vollzogen. Die Männer klingeln bei Nachbarinnen und Verwandten und schlagen den jungen Frauen mit geflochtenen Weidenruten leicht auf die Beine, dieses Ritual soll Jugend und Gesundheit bringen. Ein weiterer ungewöhnlicher Osterbrauch ist, dass in Tschechien traditionell Lebkuchen zu Ostern gegessen wird.

Amerika:

In New York findet zu Ostern immer die traditionelle „Easter Parade“ auf der Fifth Avenue statt. Ein farbenfrohes Osterspektakel: Bunt verkleidete und mit Blumen geschmückte Menschen ziehen zu heiterer Blasmusik durch die Stadt.

Bulgarien:

In Bulgarien gilt es als Osterbrauch rohe Eier an Kirchenmauern oder auf Familienmitglieder zu werfen. Wessen Ei dabei nicht kaputt geht, soll nach einem Aberglaube das erfolgreichste Familienmitglied im kommenden Jahr werden.