10 Februar 2016

Jubiläumsprojekt

Jubiläumsprojekt

Die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf wurde anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Stadtsparkasse Düsseldorf im August 2000 gegründet und fördert seitdem jährlich durchschnittlich 15 spartenübergreifende, experimentelle Kunst- und Kulturprojekte in Düsseldorf. In den letzten 15 Jahren hat die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf fast 250 Förderprojekte aus allen Kunstsparten mit rund 2,3 Millionen Euro unterstützt. Die gemeinnützige Stiftung verfolgt das Ziel, interdisziplinäre, experimentelle Kunst- und Kulturprojekte in der Region Düsseldorf zu unterstützen und ihre finanziellen Mittel dort einzusetzen, wo Neues passiert. Dabei entdeckt die Kunst- und Kulturstiftung junge und innovative Künstler, sie fördert spartenübergreifende Kunstprojekte und vermittelt Kunst und Kultur in Düsseldorf durch zielgruppenspezifische Vermittlungs-Programme. Im Mittelpunkt stehen dabei besonders die Nachwuchsförderung sowie die Unterstützung und Etablierung neuer Initiativen und Kunstprojekte.

Im Jahr 2015 feierte die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf ihr 15-jähriges Jubiläum. Im Rahmen dessen gab es eine Ausschreibung für Düsseldorfer Museen und Kulturinstitute aller Kunstsparten. Die Kultureinrichtungen sollten ein innovatives Vermittlungsprojekt entwerfen und dies gemeinsam mit einer Düsseldorfer Schule durchführen. Ziel war es dabei, Schüler im Alter von 10-15 Jahren mit kreativen Ideen aktiv an die zeitgenössische Kunst heranzuführen und davon zu begeistern. Insgesamt haben sich 12 Kulturinstitute mit ganz verschiedenen Kunstprojekten beworben, aber nur 3 Projekte konnten die 5-köpfige Jury bestehend aus Frau Marianne Schirge, (Leiterin Kulturamt der LH Düsseldorf), Frau Dorothée Coßmann (Geschäftsführerin Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland), Herrn Bertram Müller, (ehem. Direktor tanzhaus nrw, Mitglied des Kuratoriums der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf), Herrn Jürgen Staack (bildender Künstler) und Frau Martina Waetermans (künstl. Geschäftsführerin Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf) überzeugen.

Das Leben einer Brotdose musikalisch unterlegt

Die Butterbrotdose ist Ausgangspunkt für das innovative zeitgenössische Musikprojekt der Tonhalle Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der Werner-von-Siemens-Realschule. Bei dem Musik-Projekt „Zwischen Reisbällchen und Fortuna-Brötchen – oder: Brotdosen haben lange Ohren“ setzten sich die Schüler der Klassen 5-8 auf unterschiedliche Weise mit der Butterbrotdose und den täglichen Erlebnissen dieser auseinander. Jede Brotdose erlebt Tag für Tag im Schulrucksack oder auch in der Arbeitstasche ganz individuelle Dinge. Schüler der Klassen 5 bis 8 haben gemeinsam mit der Tonhalle Düsseldorf aus den Erlebnissen einer Brotdose ein kreatives Kunstprojekt gestaltet.
Unter Anleitung von Ariane Stern, Konzertpädagogin Tonhalle Düsseldorf und den Komponisten David Graham und Christian Banasik komponieren die Schüler Soundstücke für Butterbrotdosen. Besonders wichtig war es Ariane Stern, dass die Schüler aktive an der Kunst teilhaben und nicht nur Kunst zum ansehen entwickelt wird. Während die eine Gruppe fleißig an einem Soundstück arbeitete, befasste sich eine andere Gruppe mit den unterschiedlichen Inhalten der Butterbrotdose. Die Schüler stellen eine eigene kulinarisch und klanglich abgestimmte Ausstellung diverser Butterbrotdosen mit landesspezifischen Inhalten zusammen. Das ganze wurde dann im Foyer der Tonhalle ausgestellt, sodass die Zuschauer aktiv in das Projekt miteinbezogen wurden. Die Zuschauer konnten von Station zu Station gehen und die unterschiedlichen Brotdosen begutachten und ihren Inhalt probieren. Das Projekt hebt die Butterbrotdose als Ausdruck von Heimat, Kultur und Sinnlichkeit hervor. Präsentiert wurden die Ergebnisse der 100-200 teilnehmenden Schüler am 14.11.2015 im Rahmen eines Familienkonzertes in der Tonhalle Düsseldorf.

Ein lebendiges Archiv von Schülern für Schüler

Bei dem zweiten Projekt handelt es sich um das Interviewfilm-Projekt „Looking for Artists“ der Jungen Filmwerkstatt. Unter Anleitung der Autorin Anne Schülke und dem Künstler Nils Kemmerling produzierten Schüler des Goethe- und des Görres-Gymnasiums in Düsseldorf zwei Künstlerporträtfilme über die Düsseldorfer Künstler Rimma Arslanov und Helmut Schweizer und hatten dabei die Gelegenheit hinter die Kulissen von Kunstproduktionen zu schauen. Ergänzend zu den Künstlerinterviews entwickeln die Jugendlichen eigene, kommentierende Performances, die Eingang in den fertigen Interviewfilm fanden. Die Schüler erlernten bei diesem Projekt Interviewtechniken und den Einsatz technischer Mittel und konnten sich zudem selbst künstlerisch ausdrücken. In den kommenden Jahren sollen weitere Interviewfilme entstehen, sodass ein lebendiges Archiv der bildenden Düsseldorfer Künstler von Schülern für Schüler entsteht. Das entstandene „Junge Filmarchiv der Düsseldorfer Kunstszene“ wird anderen Schulen als Unterrichtsmedium zugänglich gemacht und soll langfristig fortgeführt werden. So wird die Düsseldorfer Kunst- und Kulturszene nachhaltig aus Sicht junger Menschen dokumentiert.

Digitale Medien vereint mit dem Geländespiel „Schnitzeljagd“

Das dritte Projekt mit dem Titel Interdisziplinäre Performance „WhatsApp me- Ein smartphonebasiertes site-specific Adventure-Game“ wurde vom Forum Freies Theater (FFT) und Schülern der 5. und 10. Klasse der Realschule Luisenstraße entwickelt. In einem Workshop entwickelten das FFT und die Schüler vier Monate lang eine interaktive Schnitzeljagd durch Friedrichstadt. Dafür erforschten die Schüler intensiv ihren Stadtteil. Lieblingsorte und deren Bedeutung für die Schüler wurden genauso in das Spiel integriert wie Interviews und Gespräche mit Bürgern des Stadtteils Friedrichstadt. Die Schüler entwickelten aus ihren eigenen Erfahrungen mit ihrem Stadtteil eine Story, drehten kleine Videos mit dem Smartphone nahmen Klänge auf und schreiben Texte. Daraus entstand dann ein 1,5-stündiges Spiel durch Friedrichstadt, das am 22.12. gestartet wurde. Der Clou des Spiels ist- anstatt wie üblich Papierschnipsel auszustreuen oder Hinweise mit Kreide auf den Boden zu malen, schickten die Jugendlichen ihren Verfolgern ganz zeitgemäß WhatsApp-Nachrichten sowie Bilder und Sounds.

Am 30. Januar gibt es erneut die Möglichkeit die Schnitzeljagd live mitzuerleben. Treffpunkt ist um 13.00 Uhr vor den FFT Kammerspielen (Jahnstr. 3, 40215 Düsseldorf). Bitte melden Sie sich unter folgender E-Mail Adresse an: info@fft-duesseldorf.de