23 Mai 2016

Imagewandel: Vom Bahnhofsviertel zum Kulturquartier

Imagewandel: Vom Bahnhofsviertel zum Kulturquartier

 

Bibliothek, Bühnen und andere Kultureinrichtungen zieht in die Nähe des Hauptbahnhofs in Düsseldorf. Das Image des Viertels soll sich bessern. Das Umfeld des Hauptbahnhofs entwickelt sich zum bedeutenden Standort für die Kulturszene – und verändert dadurch sein Gesicht und hoffentlich auch seinen schlechten Ruf. Mit der Stadtbücherei dürften weitere Kulturinstitute in das Postgebäude am Konrad-Adenauer-Platz kommen. Durch die Schlagzeilen über das „Maghreb-Viertel“ hinter dem Bahnhof ist die Gegend im Frühjahr erneut negativ in die Schlagzeilen geraten. Zugleich steht die Bahnhofsgegend bei Künstlern hoch im Kurs. Sie schätzen das großstädtische Flair und niedrige Mieten. In Acker, Harkort- oder Mintropstraße befinden sich etliche Ateliers. Da die Kulturszene immer lauter über fehlende Freiräume klagt, wächst die Attraktivität der Bahnhofsgegend.

Neue Lichtblicke im Bahnhofsviertel 

Nun deuten sich weitere kulturelle Lichtblicke an. Auf dem ehemaligen Post-Areal an der Erkrather Straße entsteht das Wohnprojekt „Living Central“, in das möglicherweise das Forum Freies Theater (FFT) umzieht. Damit würde es einen Komplex bilden mit Tanzhaus und Capitol, die gegenüber residieren. Ein Stück weiter könnte eine Einrichtung folgen: Am Worringer Platz ist die „Botschaft“, ehemals Kino und zuletzt der Club „Foyer“, verkauft worden. Der Eigentümer strebt nun eine kulturelle Nutzung an. Erste Verhandlungen mit dem Schauspielhaus sind zwar gescheitert, aber die Hoffnung ist noch lange nicht gestorben. Im Rathaus träumt man unterdessen von einer Wiederbelebung der Fußgängerpassage unter dem Worringer Platz, auch die könnte zum Ort für Kulturschaffende werden. Zur Entwicklung passt, dass die Stadt ein neues Kulturfestival etabliert. Der Künstler Markus Ambach erarbeitet mit Mitstreitern das Konzept für das Event „Von fremden Ländern in eigenen Städten“. Die Idee: Im Sommer 2017 werden Werke von renommierten Künstlern im Straßenraum rund um den Bahnhof gezeigt, zudem erarbeiten ansässige Kulturschaffende eigene Angebote, vom Tanzhaus NRW bis zum iranischen Kulturverein. Es soll Ausstellungen, Tanz und Theater geben. Die am Konzept beteiligten Künstler erhoffen einen langfristigen Aufschwung des Viertels. Das Festival soll am Ende neue Verbindungen schaffen und die Identifikation mit dem Viertel stärken.