24 August 2016

Zukunft der Gasbeleuchtung

Zukunft der Gasbeleuchtung

Lichtkonzepte in Erarbeitung/Zwischenstand zur Abgrenzung der Erhaltungsgebiete vorgestellt/Bürger und Politiker in den Stadtteilen werden informiert

Der Rat der Stadt hat die Verwaltung beauftragt, ein Konzept zur Abgrenzung der Erhaltungsgebiete „Gasbeleuchtung“ zu erarbeiten. Die Einbindung der Öffentlichkeit in diesen Prozess wird durch bezirksbezogene Beteiligungen der Einwohner und Anhörung der Mitglieder der Bezirksvertretungen sichergestellt. Stadt und Stadtwerke haben am Dienstag, den 23. August, über den Zwischenstand und das weitere Vorgehen informiert.

Die Diskussion um die Stadtbeleuchtung ist ein lange andauernder Prozess, den die Gremien des Stadtrates, eine eigens gegründete Arbeitsgruppe sowie die Öffentlichkeit in vielfältiger Weise seit Jahren begleiten. Die Gratwanderung zwischen der Erhaltung der Gasbeleuchtung in städtebaulich geeigneten Ensembles und hellere Beleuchtung unter anderem zur Kriminalprävention ist eine Herausforderung, der mit Lichtkonzepten begegnet werden soll.

Vorgehen zur Abgrenzung von Erhaltungszonen

Geeignete städtebauliche Ensembles sollen die Erhaltungszonen bilden. Vorrang haben dabei – gemäß Ratsbeschluss – Denkmalschutzbereiche und Gebiete mit Erhaltungssatzungen. „Dem unterschiedlichen Bedürfnis der Bürger bei der Beleuchtung gerecht zu werden, ist ein schwieriges Unterfangen. Mit schlüssigen Lichtkonzepten in Quartieren der Erhaltungszonen, die wir bilden möchten, kann es uns gelingen“, führte Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller aus. Die Stadt hat das Planungsbüro LichtIRaumIStadt aus Wuppertal beauftragt, nachvollziehbare Kriterien zur Bewertung und Abgrenzung zu entwickeln und an ausgewählten Beispielen zu erproben. „Die Gasbeleuchtung“, sagte dessen Geschäftsführer Uwe Knappschneider, „benötigt für ihre Erhaltungszonen ein Lichtkonzept. Ausgehend von einer Bestandsanalyse soll die Eignung und Abgrenzung der Gebiete, in denen die Gasbeleuchtung erhalten bleibt, festgestellt werden“. Dabei spielen unter anderem verschiedene Kriterien, wie Sicherheit, Verkehrsbedeutung, Anpassungsnotwendigkeiten und Ensemble/Bebauung eine Rolle. Der Landschaftsverband Rheinland als Denkmalbehörde ist in den Prozess eingebunden. Die Gebiete der Erhaltungssatzungen und Denkmalbereiche werden so unter die Lupe genommen und dann für eine Beteiligung der Menschen vor Ort und der Mitglieder der Bezirksvertretungen im Herbst aufbereitet werden. Für die weiteren Untersuchungen stellt diese Systematik die methodische Grundlage dar, um in der nächsten Phase den notwendigen Schritt zur deutlichen Reduktion der Gasbeleuchtungsgebiete in den betroffenen Stadtbezirken zu diskutieren. „Die Festlegungen zu den Erhaltungsgebieten erfolgen nicht willkürlich, sondern sind mit Kriterien belegt. Weitere Gebietsvorschläge über die Erhaltungssatzungsgebiete und Denkmalschutzbereiche hinaus würden sich über solche Merkmale qualifizieren“, erläuterte Verkehrsdezernent Dr. Stephan Keller das Vorgehen. Ergänzend wurde untersucht, wie die – von vielen Bürger/innen beklagten – Defizite einer Gasbeleuchtung in den Erhaltungsgebieten gemildert werden können.

Technische Rahmenbedingungen zum weiteren Betrieb der Gasbeleuchtung

Eine Zukunft hat die Gasbeleuchtung nur, wenn die technischen und gesetzlichen Vorgaben zum Bau und Betrieb erfüllt werden können. Die technischen und rechtlichen Gutachten dazu sind auf der Internetseite der Landeshauptstadt Düsseldorf veröffentlicht. Die Stadtwerke Düsseldorf ermitteln zurzeit die Anforderungen zur Anpassung an die Gasbeleuchtungsanlagen, die sich aus der Richtlinie 2009/142/EG und Verordnung (EU) 2016/426 zur Produktsicherheit und den Vorgaben zum Netzbetrieb ergeben. Untersucht werden Sicherheitsfragen wie unter anderem die Abstandsmaße zu Gebäuden und der Schutz gegen mechanische Beschädigung und technische notwendige Anpassungen wie etwa die Ausstattung mit elektrischer Zündeinrichtung inklusive Zündüberwachung und Strömungswächter für den Fall der Leckage. Für die Sicherstellung des langfristen Betriebs der Beleuchtung in den Erhaltungszonen sind Anpassungen notwendig. Sicherheitseinbauten, die ein Ausströmen von Gas bei Leckagen verhindern und die Zündung überwachen, sind gesetzlich vorgeschrieben und müssen dann dort sukzessive eingebaut werden. Die Stadtwerke haben einen solchen Einbau beispielhaft an einer Gaslaterne vorgenommen, was allerdings erkennbar das äußere Erscheinungsbild verändert. Für diese Modifikation wird aktuell die Bautypenzulassung, wie es für Gasverbrauchsgeräte erforderlich ist, erwirkt. Die Marktüberwachungsbehörde ist zwischenzeitlich in den Prozess eingebunden und hat angekündigt, die Hersteller von Ausstattungsteilen zur Zulassung der von ihnen bereitgestellten Produkte aufzufordern.

„Bei aller Anmut, die wir mit der Erhaltung der Gaslaternen erreichen wollen, müssen wir die Sicherheitsaspekte im Auge behalten. Deshalb bin ich froh, dass wir mit den Stadtwerken ein erfahrenes Unternehmen an unserer Seite haben, das die zugehörigen Zulassungen für Bautypen anstrebt“, ergänzt Dr. Keller zu den Aktivitäten der Stadtwerke.

Weiteres Vorgehen

Für die Stadtbezirke erfolgt nunmehr eine Aufbereitung, so dass noch vor den Herbstferien die Bürgerbeteiligungen in allen betroffenen Stadtbezirken stattfinden können. Die Ergebnisse und Vorschläge werden dann den Bezirksvertretungen zugeleitet, so dass für die Abgrenzung der Erhaltungszonen die jeweils örtlichen Kenntnisse noch ergänzend berücksichtigt werden können, bevor dann der Masterplan als gesamtstädtischer Plan den Gremien zur Entscheidung vorgelegt wird. Abschließend entscheidet der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf.

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