Zoo / Düsseltal

Zoo / Düsseltal

 

Das wunderschöne Zooviertel

Das gesamte Zooviertel wurde im 2. Weltkrieg durch einen Bombenangriff im November 1943 stark zerstört. Daher finden sich hier naturgemäß viele Bauten, die in den 1950er Jahren neu errichtet wurden. Aber zwischen den eher schlichten Häusern aus den Fünfzigern, entdeckt man immer noch viele wunderschöne Gebäude, die den Krieg überdauert haben und in liebevoller Detailarbeit restauriert worden sind.
 
 

Achenbachstraße >> von Grafenberger Alle bis Rethelstraße

Ursprünglich sollte sie den Namen der benachbarten Ahnfeldstraße erhalten. Benannt wurde sie am 5. Juli 1910 nach Landschaftsmalern der Düsseldorfer Schule, Andreas (1815-1910) und seinem Bruder Oswald Achenbach (1827-1905), die zu den bedeutendsten Landschaftsmalern ihrer Zeit gehörten. So wurden sie auch das „A und O der Landschaft“ genannt. Insbesondere Oswald prägte die Düsseldorfer Kunstakademie. Beide wurden Ehrenbürger der Stadt Düsseldorf seit und erhielten Ehrengräber auf dem Düsseldorfer Nordfriedhof.
 
 

Paulusplatz >> zwischen Schillerstraße und Lindemannstraße

Benannt um 1900 nach dem Apostel Paulus, dem Patron der katholischen Pfarrkirche St. Paulus.
 

Pauluskirche

DSC01095Die Pauluskirche ist eine katholische Pfarrkirche, die im neoromanischen Stil erbaut und nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges in leicht veränderter Form wieder errichtet wurde. Ursprünglich wurde die Pauluskirche in den Jahren 1910 bis 1913 durch den Düsseldorfer Architekten Josef Kleesattel errichtet. Sie ist als fünfschiffige neoromanische Basilika ausgelegt und hat eine Doppelturmfassade. In einem Seitenschiff befindet sich eine Marienkapelle. Als besondere Sehenswürdigkeiten gelten neben dem Taufbrunnen von 1956 eine Madonnenstatue aus der Zeit um 1300 und ein Schmerzensmann aus dem 14. Jahrhundert.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Schumannstraße >> von Rethelstraße bis Brahmsplatz

Benannt am 16.7.1873 bis Ahnfeldstraße, erweitert am 11.8.1903. Robert Schumann (1805-1856) deutscher Komponist und Musikschriftsteller, 1850-1853 städtischer Musikdirektor in Düsseldorf. Sein Werk ist der Inbegriff deutscher musikalischer Romantik. Mit Eichendorff-, Chamisso-, Heine-Vertonungen nimmt es zugleich wesentliche Impulse der romantischen Literatur auf. Schumann lebte von 1852-1854 mit seiner Familie in Düsseldorf an der Bilker Straße 15.
 
 

Humboldtstraße >> von Grafenberger Allee bis Rethelstraße

Benannt am 16.7.1873 nach den Brüdern Wilhelm (1767-1835) und Alexander Freiherr von Humboldt (1769-1859). Sie zählen zu den großen Persönlichkeiten in der deutschen Kulturgeschichte. Kaum ein Geschwisterpaar hat die eigene Epoche so stark geprägt. Während Alexander vor allem der Naturwissenschaft neue Horizonte erschloss, beschäftigte sich Wilhelm mit der Bildungsproblematik, der Staatstheorie, der analytischen Betrachtung von Sprache, Literatur und Kunst sowie der Reform von Schul- und Universitätswesen als preußischer Diplomat.
 
 

Grafenberger Allee >> Von Birkenstraße bis Limburgstraße

DSC00237Benannt am 12.7.1904, vorher „Grafenberger Chaussee“. Der Wald Grafenberg, hieß 1218 zunächst „Gudesberch“, 1282 dann „Gudesberg“ (Gottesberg). Erst 1517 tritt für Ortschaft und Wald die heutige Bezeichnung „Gravenberg“ auf. Der heutige Name hängt mit dem Rittergeschlecht Hayk von Flingern zusammen, die als Herren der Flinger Mark auch den Titel Holzgraven oder Markgraven führen durften.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Lindemannstraße >> Von Brehmplatz bis Grafenberger Allee

Benannt am 11.8.1903 nach Ernst Lindemann (1833-1900), von 1886-1899 Oberbürgermeister von Düsseldorf. In seine Amtszeit fielen u. a. die Übernahme der Straßenbahn in städtische Hand, die Anlage des Ostparks und des Volksgartens sowie der Erwerb des Grafenberger Waldes.
 

Lindemannstraße – Goethe Gymnasium

DSC00908Das eindrucksvolle Schulgebäude des Goethe-Gymnasiums in Ziegelbauweise wurde als Lyzeum im Jahr 1914 nach zweijähriger Bauzeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg fertig gestellt. Der Bau wurde als dreigeschossige, dreiflügelige Anlage unter historistischen Aspekten konzipiert, wobei die Fassade zur Lindemannstraße vom Stil der Neorenaissance zeugt. Dabei sollte die Form der Funktion folgen, d.h. die Architektur sollte zur Aufgabe des Gebäudes passen. Man wollte ein prächtiges und symbolträchtiges Bauwerk schaffen, das an die Renaissance anknüpft. Über dem Haupteingang findet sich eine Frau mit Kind, vermutlich ein Symbol der Wissensvermittlung von Lehrer zum Schüler. Eine Eule steht für Weisheit. Ein weiteres Charakteristikum ist der eindrucksvolle Uhrenturm. (Quelle: Lilian Vornholz: Ein neuer „Schulpalast“, 100 Jahre Goethe)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Rethelstraße >> Von Grafenberger Allee bis Brehmplatz

Benannt am 16.7.1876 nach Alfred Rethel, umbenannt vom 12.2.1878 bis 7.8.1888 in „Düsselthaler Straße“. Der Teil zwischen Herderstraße und dem früheren Zoologischen Garten hieß vorher „Wiesenstraße“. Alfred Rethel (1816-1859) war einer der bedeutenden deutschen Historienmaler der Spätromantik, der zeitweise das Hofgärtnerhaus bewohnte (Hofgartenstraße 1). 1839 gewann er den Wettbewerb um die Ausmalung des Krönungssaales im Aachener Rathaus mit Themen aus dem Leben Karls des Großen. Diese Jahre währende Arbeit, die sein Lebenswerk darstellt, führte ihn immer mehr in geistige Umnachtung. Seine Ehrengrabstätte befindet sich auf dem alten Golzheimer Friedhof.
 
 

Herderstraße >> Von Rethelstraße bis Brehmplatz

Benannt am 7.7.1888 nach Johann Gottfried Herder. Vorher hieß die Straße vom Zoologischen Garten bis zur Abtei Düsselthal „Wiesenstraße“, 1875 dann Düsselthaler Straße. Johann Gottfried Herder (1744-1803), deutscher Dichter, Übersetzer, Theologe, Geschichts- und Kultur-Philosoph der Weimarer Klassik. Er war einer der einflussreichsten Schriftsteller und Denker deutscher Sprache im Zeitalter der Aufklärung und zählt mit Christoph Martin Wieland, Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller zum klassischen Viergestirn von Weimar.
 
 

Grunerstraße >> von Ahnfeldstraße bis Heinrichstraße

Benannt am 11.8.1903 nach Justus von Gruner (1771-1820) Generalgouverneur des Großherzugtums Berg von 1813-1815, gehörte als leidenschaftlicher Patriot und Franzosen-Gegner zum Kreis der preußischen Reformer.
 
 

Freytagstraße >> von Graf-Recke-Straße bis Schumannstraße

Benannt am 11.8.1903 nach Gustav Freytag (1816-1895) einem deutschen Schriftsteller des bürgerlichen Realismus. Zu seinen bekanntesten Werken gehört u.a. „Soll und Haben“ (1855).
 
 

Faunastraße >> von Graf-Recke-Straße bis Mathildenstraße

Benannt am 9.3.1873 nach dem Tierschutzverein „Fauna“ erweitert am 1.3.1906.
Der Verein „Fauna“ gründete am 31.5.1876 in Düsseldorf den Zoologischen Garten, so verläuft die Faunastraße parallel zum Zoopark.
 
 

Mulvanystraße >> von Lacomblestraße bis Windscheidstraße

Benannt am 16.10.1937 nach William Thomas Mulvany (1806-1885) einem irischen Unternehmer in Deutschland, der zum Wirtschaftsführer im Bergbau, der Eisen- und Stahlindustrie sowie der Schiffahrt aufstieg. Zudem war er Begründer des s.g. Langnamvereins, der die 1943 zerstörte Englische Kirche an der Prinz-Georg-Straße erbaute. Mulvany erhielt ein Ehrengrab auf dem Nordfriedhof.
 

Mulvanystraße – Buscher Mühle

DSC01109Eines der ältesten Gebäude im Zooviertel ist die Buscher Mühle. Die Wassermühle ist eine der wenigen noch erhaltenen, früher so zahlreichen Getreidemühlen an der Düssel. Die Buscher Mühle, die ehemals mit Windflügeln betrieben worden sein soll, wird bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts erwähnt. Sie gehörte dem wohl bekanntesten der frühen Einwohner Düsseltals, Johannes de Buscho. 1944 wurde sie schwer beschädigt. Nur dem beharrlichen Einsatz des Heimatvereins Düsseldorfer Jonges ist es zu verdanken, dass sie restauriert wurde und so bis heute erhalten ist. Mühle und Mahlwerk wurden in den letzten Jahren renoviert. Zusammen mit ihrer idyllischen Umgebung, einem Weiher und altem Baumbestand, ist sie ein Stück lebendiger Heimatkunde.
 
 
 
 
 
 
 

Fritz-Wüst-Straße>> von Graf-Recke-Straße bis Max-Planck-Straße

Benannt am 19.5.1938 nach Fritz Wüst, vorher Lenaustraße. Fritz Wüst (1860 -1938) war ein bedeutender deutscher Eisenhüttenkundler und Gründungsdirektor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Eisenforschung, dem heutigen Max-Planck-Institut für Eisenforschung.
 

Fritz-Wüst-Straße –Hungerturm

IMG_0090Der Hungerturm erinnert an das alte Trappistenkloster der Zisterzienser-Mönche und die hier bis 1902 beheimatete Graf-Recke-Stiftung. Das ehemalige Trappistenkloster der Zisterzienser-Mönche wurde 1701 von Kurfürst Jan Wellem gegründet. Nach 1710 erfolgte der Neubau des Klosters in Düsselthal. Im Jahre 1714 wurde das Kloster zur Abtei erhoben. 1802 wurde das Gebäude säkularisiert. Das Torgebäude am Wege zur Stadt wurde im Jahre 1716 erbaut. Der Giebel des Mittelbaus war mit dem kurfürstlichen Wappen, das von zwei Löwen gehalten wurde, geschmückt und mit einer Madonna bekrönt. Die Bogenrundung des Eingangstors zierte eine Holzschnitzerei, drei aus den Wassern hervorragende Hügel, darüber einen Stern, darstellend. Das gleiche Wappen findet sich an der Villa Albani in Rom. Es deutet darauf hin, dass der zur Zeit der Gründung des Klosters Düsseltal regierende Papst Clemens XI. ein Spross der Familie Albani war. Das Torgebäude wurde 1901 abgebrochen, als 1901 die Graf-Recke-Straße mitten durch die Anstalt angelegt wurde. Dabei verschwand ebenso das gesamte Kloster bis auf den südlichen Seitflügel, der als letzter Rest des ehemaligen Kosters zunächst erhalten blieb. Das denkmalgeschützte „Hungertürmchen“ ist heute der letzte Überrest der ehemaligen Abtei. Sein Baujahr ist zwar unbekannt, aber der Turm bestand bereits um 1710 und gehörte zur Einfassungsmauer. Der Name „Hungertürmchen“ rührt daher, weil Weisenhauskinder aus der dazugehörigen Rettungsanstalt die zufallende Tür von innen nicht mehr öffnen konnten und schließlich im Turm verhungert sein sollen.