Oberkassel

Oberkassel

 

Oberkassel, die Perle Düsseldorfs

Oberkassel galt bereits Anfang des 20. Jahrhunderts als ein Viertel für die „besseren Kreise“ des Großbürgertums. Namhafte Baumeister errichteten, unter anderem für Künstler, die durch die große Kunstausstellung 1902 Reichtum erlangt hatten, repräsentative Ein- und Mehrfamilienhäuser. Die Gebäude Oberkassels, als einzigartige, gut erhaltene Bausubstanz des Jugendstils stammen in der Mehrzahl aus der Jahrhundertwende um 1900. Sie faszinieren durch ihre wunderschönen stuckverzierten Jugendstilfassaden und die aufwendig gestalteten Giebel und Erker. Glücklicherweise sind sie in den Kriegen weitestgehend erhalten geblieben und stehen heute größtenteils unter Denkmalschutz.

Oberkassel im zweiten Weltkrieg

1945 wurde Oberkassel von den Amerikanern besetzt. Als am 3. März 1945 amerikanische Panzer auf der Luegallee vorrückten, sprengten deutsche Truppen sämtliche Rheinbrücken, darunter auch die damals „Skagerrak-Brücke“ genannte Oberkasseler Brücke. Damit war das linksrheinische Düsseldorf zum ersten Mal seit 1898 verkehrstechnisch wieder von den rechtsrheinischen Teilen der Stadt getrennt. Der Rhein wurde zur Frontlinie. In den rund sieben Wochen des Beschusses, starben 200 Oberkasseler Zivilisten. Mangels schwerer Munition der Wehrmacht hielten sich die Gebäudeschäden jedoch in Grenzen. Auch die Bombenschäden waren eher gering, so dass Oberkassel noch heute ein weitgehend geschlossenes Bild einer Bürgerhausbebauung aus der späten Gründerzeit und dem Jugendstil aufweist. Was die Brücken anging, wurde Ende 1945 eine instabile Pontonbrücke und 1948 ein Provisorium eingerichtet, welches fast drei Jahrzehnte überdauerte. Erst 1976 wurde die heutige Brücke in Betrieb genommen.

Fast ein ganzer Stadtteil unter Denkmalschutz

1992 wurden weite Teile von Oberkassel geschlossen unter Denkmalschutz gestellt. Das Denkmalschutzgebiet umfasst fast die Hälfte der bebauten Fläche des gesamten Stadtteils, überwiegend südlich der Luegallee mit insgesamt 326 denkmalgeschützten Häusern. Als Wohnstandort ist Oberkassel heute äußerst beliebt, da es hier sehr viele begehrten großen Altbauwohnungen gibt und der Stadtteil zugleich eine sehr gute und gehobene Infrastruktur bietet. Insbesondere die Wohnungen in Rheinlage bieten sehr schöne Ausblicke auf die Düsseldorfer Skyline und gehören zu den teuersten Wohnlagen der Landeshauptstadt.

Katholische St.-Antonius-Kirche

6OKDie Kirche wurde von 1905 bis 1910 durch den Architekten Josef Kleesattel im neoromanischen Stil mit teilweise moderner Innenausstattung von Gottfried Böhm erbaut. Der Innenausbau erfolgte wegen Geldmangels sparsamer als geplant. St. Antonius ist eine dreischiffige Basilika mit zwei Haupttürmen und einem Turmaufbau, bestehend aus einem großen Turm mit einem rechteckigen Grundschnitt und vier kleinen Ecktürmen. Mit ihren Türmen und ihrer Lage an der Luegallee in direkter Nachbarschaft zum Bezirksrathaus bestimmt sie maßgeblich das Straßenbild.
St. Antonius wurde seit 1974 von den Weltkriegsschäden restauriert, ab 1984 der Innenraum, u.a. nach Entwürfen von Gerhard Wind. Die Arbeiten wurden 1986 abgeschlossen. Derzeit wird für die Kirche eine neue Orgel erbaut, bestehend aus Haupt- und Chororgel. Die Chororgel (Christus-König-Orgel) wurde 2012 im Querhaus aufgestellt.

Kyffhäuserblock

1OKDas Wohngebäude Schorlemerstraße/Luegallee, auch Kyffhäuserblock genannt, wurde 1910–1911 nach Entwürfen des Düsseldorfer Architekten Gustav Utermann im Stil der Reformarchitektur mit monumentalen Erkern und Giebeln erbaut. Das viergeschossig Gebäude steht seit 1985 unter Denkmalschutz.

Wohnhaus Nerche

7OKDas Wohnhaus Nerche befindet sich an der Cimbernstraße 3–5 an der Ecke zur Düsseldorfer Straße in Düsseldorf-Oberkassel. Das Haus wurde von 1927 bis 1928 nach Entwürfen von Wilhelm Hoppe für den Gartenarchitekten Wilhelm Nerche erbaut. „Stilistisch gibt es sich eher sehr zurückhaltend modern mit inzwischen schon leicht verspäteten expressionistischen Anklängen“. Der Komplex besteht aus zwei Baukörpern, der Bauteil an der Düsseldorfer Straße ist dreigeschossig mit traufständigem Satteldach. An der Cimbernstraße zeigt das Haus einen expressionistischen Staffelgiebel. Bemerkenswert ist das Gebäude, da es zu den wenigen qualitätvollen Wohnhäusern seiner Zeit zählt. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz.

Evangelische Auferstehungskirche

2OKDie evangelische Auferstehungskirche liegt in Düsseldorf-Oberkassel an der Ecke Arnulfstraße/Quirinstraße. Sie ist ein architekturgeschichtlich wichtiges Zeugnis des Jugendstils, das auf die rheinische Backsteinarchitektur der 1920er Jahre vorausweist. Sie wurde zwischen 1913 und 1914 von den Architekten Rudolf Wilhelm Verheyen und Julius Stobbe errichtet. Kirche, Pfarrhaus, Gemeindesaal und Verwaltungsgebäude sind zu einem baulichen Ensemble aus unverputztem Backstein mit Natursteingliederung, allesamt mit grünen Ziegeldächern, zusammengefasst – für damalige Zeiten ein Novum. Die Kirche, ein Saalbau mit Emporen, präsentiert sich mit hohem barockisierendem Volutengiebel mit Jugendstilornamenten und einem herausgerückten oktogonalen Turm mit Bläsergalerie. Traditionell findet am Heiligen Abend um Mitternacht ein Turmblasen statt.

Am Heiligenhäuschen

3OKVon Düsseldorfer Straße bis Rheinallee, benannt am 16.9.1934, vorher Nibelungenstraße, umbenannt am 1.3.1937 in Nibelungenweg, zurück benannt nach dem 2. Weltkrieg im Dezember 1947.
Das hier befindliche Kapellchen, das s.g. Heiligenhäuschen, gilt als das älteste noch erhaltene Gebäude in Oberkassel. Dabei ist nicht überliefert, wann der erste Bau erfolgte. Belegt ist seine Existenz erstmals im Jahr 1772 durch eine Landkarte. Es wurde 1814 von der Familie Vossen, Besitzer des damals nahe gelegenen Schürmannshofes („Vossen links“ genannt), wiederhergestellt. Anlass war die glückliche Heimkehr ihres Sohnes, Leutnant Anton Vossen, der neun Jahre lang an den napoleonischen Feldzügen teilgenommen hatte. Bereits 1784 war das Kapellchen nach einem Hochwasser erneuert worden, 1934 wurde es von der Stadtverwaltung restauriert. Das Gebäude ist durch einen eisernen Zaun geschützt. Links von der vergitterten Pforte ist eine Gedenktafel aus Bronze angebracht, die von der Geschichte des Heiligenhäuschens erzählt. Die Tafel wurde 1979 von Carl Vossen in Gedenken an seine Vorfahren gestiftet. Seit 1958 kümmert sich der Oberkasseler Heimatverein um die kleine Kapelle. Dem Verein ist es auch zu verdanken, dass das Kapellchen in einem guten baulichen Zustand bleibt. So hat die Stadt jüngst Dach und Fassade saniert. Kosten: 60.000 Euro.

Feldmühleplatz 1

Von Burggrafenstraße dorthin zurück, benannt am 14.11.1991, Verweist auf die Hauptverwaltung des Papierherstellers Feldmühle AG.