Norden

Norden

Der schöne Düsseldorfer Norden

Der Düsseldorfer Norden könnte unterschiedlicher nicht sein. Auf der einen Seite liegen der Flughafen, das Messegelände und die Mulitfunktionsarena, die andere Seite wird von einer ländlich-dörflichen Idylle geprägt.Trotz seiner teilweise weiten Entfernung zum Innenstadtbereich zählt der Düsseldorfer Norden zu der bevorzugten Wohnlage im gesamten Stadtgebiet. Gerade die Wohngebiete der Stadtteile Wittlaer, Angermund und Kalkum sind mit Einfamilienhäusern und Villen geziert.Des Weiteren besitzt der Düsseldorfer Norden eine weit zurückreichende Historie, aus der uns noch viele prunkvolle Gebäude erhalten sind. So gehört zum Beispiel Kaiserswerth zu den ältesten Stadtteilen Düsseldorfs und hat eine interessante Geschichte als eigenständige Stadt – die historische Kaiserpfalz ist nur ein Teil davon.

 

Lohausen, der Stadtteil des Flughafens

1Der Düsseldorfer Stadtteil Lohausen wird flächenmäßig zu 2/3 von dem internationalen Airport Düsseldorf eingenommen. Der Flughafen wurde 1927 eröffnet und ist Dank seinem Passagieraufkommen der drittgrößte Flughafen Deutschlands, hinter Frankfurt und München.

Lohausen ist vor allem wegen seiner ländlichen Umgebung, mit vielen historisch gut erhaltenen Fachwerkhäuschen sehr attraktiv. Geprägt wird Lohausen durch Einfamilienhäuser und Villen sowie die Landwirtschaft. Der Stadtteil Lohausen wurde 1047 erstmals urkundlich erwähnt. Die Herren von Kalcheim besaßen zwei Rittersitze, einen in Lohausen und den anderen in Leuchtenberg. Beide wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Heinrich Balthasar Lanzt erworben, der z.T. noch auf den Fundamenten der Burg ein Herrenhaus baute und den Lantz’schen Park anlegte. 1972 kaufte die Stadt das Anwesen der Familie Lantz auf.
 
 

Historisches Kaiserswerth

2Der direkt am Rhein gelegene Stadtteil Kaiserswerth ist zu jeder Jahreszeit ein tolles Ausflugsziel. Rund um den zentralen Klemensplatz, erstreckt sich der malerische, historische Ortskern und die kleine Altstadt von Kaiserswerth, mit einigen Barockhäusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Geprägt von seinem besonderen Flair und vielen kleinen Geschäftchen, ist Kaiserswerth bei vielen Düsseldorfern, als auch bei Touristen aus der Umgebung, sehr beliebt. Auch der gut erhaltenen Grundriss der Kaiserpfalz, der am Ufer des Rheins liegt, ist sehr sehenswert. In direkter Nähe der Burgruine laden Cafés und Biergärten, mit Blick auf den Rhein, zum Genießen und Entspannen ein. Interessant ist zudem die St. Suitbertus Basilika am Stiftsplatz, eine dreischiffige romanische Pfeilerbasilika mit vergoldetem Schrein für die Gebeine des Heiligen Suitbertus.
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Entstehung der Kaiserpfalz

Erstmals erwähnt wurde die Burg um 1016. Die Überreste stammen allerdings aus der Zeit um 1190. Kaiser Friedrich Barbarossa verlegte 1174 den Sitz des Rheinzoll aus der niederländischen Stadt Tiel nach Kaiserswerth. Zu diesem Zweck ließ er die Burg zu einer mächtigen Festungsanlage ausbauen. Die Festung wurde aber, anders als oft behauptet, erst 1193 unter der Regentschaft von Heinrich VI., dem Sohn Barbarossas, fertiggestellt.Die damalige Kaiserpfalz bestand nach dem Ausbau durch Kaiser Barbarossa aus einem dreigeschossigen Palais, in dessen Mitte sich ein mächtiger Bergfried befand. Der Haupteingang lag im nordöstlich davon gelegenen Klever Turm. Eine halbkreisförmige Mauer mit vorgelagertem Graben und zwei Ecktürmen bot Schutz von der Landseite.
 

Verpfändung und Zerstörung der Kaiserpfalz:

Ab 1273 war die Burg ein Pfändungsobjekt und fiel in viele verschiedene Hände. Schlussendlich gehörte die Burg 350 Jahre zur Kurköln. Die Kaiserpfalz und die Stadt Kaiserswerth waren somit eine wichtige kurkölnische Exklave im rechtsrheinischen Herzogtum Jülich-Berg.Durch den pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) wurde die Kaiserpfalz erstmals stark beschädigt, später aber wieder instand gesetzt. Im Verlauf des Spanischen Erbfolgekriegs von 1702 kam es zu einer Belagerung durch Truppen aus Brandenburg, den Niederlanden und England. Der Krieg und die damit verbundenen 12.000 Kanonenschüsse beschädigten die Burg so stark, dass sie auf Befehl von Johann Wilhelm II abgetragen und gesprengt wurde. Die Überreste dessen machen die heutige Ruine der romantischen Kaiserpfalz aus.Die Pfalz ist von April bis Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr zugänglich.
 
 

Kalkum, einer der ältesten Stadtteile

3Es gibt in Kalkum viele Grünflächen, ausgedehnte Felder und den Kalkumer Forst, der unter Landschaftsschutz steht. Neben dem dörflichen Kern gibt es auch Einfamilienhaus-Siedlungen. Die alte Wassermühle, direkt am Schwarzbach, lädt zum Verweilen ein.
Die bekannteste Sehenswürdigkeit ist das Kalkumer Wasserschloss. Sein heutiges Erscheinungsbild als Barockbau, verdanken wir der Schlossherrin Sophie von Hatzfeldt. Das Schloss besteht auch noch aus Bauteilen, die aus älteren Epochen stammen. Den Schlossgarten hat der Gartenarchitekt Maximilian Friedrich Weyhe Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt. Noch ist das Schloss in Besitz des Landes NRW.
Die Pfarrkirche St. Lambertus liegt im historischen Ortskern des Viertels. Der Bau der Kirche begann bereits im 11. Jahrhundert. Anfang des 19. Jahrhunderts mit der Säkularisierung verfiel die Kirche und es gab die Überlegung sie abzureißen. Doch Bauhistoriker retteten sie.
 
 
 
 
 

Wittlaer, der niedrigste Punkt Düsseldorfs

Der Stadtteil Wittlaer erstreckt sich am Ostufer des Niederrheins und liegt oberhalb von Kaiserswerth. Die nördliche Stadtteilgrenze von Wittlaer bildet zusammen mit Angermund gleichzeitig die Stadtgrenze zwischen Düsseldorf und Duisburg. Wittlaer zeichnet sich vor allem durch seine bevorzugte Wohnlage und sein ausgeprägtes Dorfleben aus. Die Geschichte des sich am Ufer des Rheins erstreckenden Dorfes reicht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Niederrheinisch-dörflich geprägte Restaurants, einige mit schönen Biergärten und Blick auf den Rhein, sind beliebte Ausflugsziele. Zu den Vorzügen des recht abgelegenen Stadtteils, gehört die gute Verkehrserschließung mit direktem Stadtbahnanschluss.
 

Die St. Remigius Kirche

Der spätromanische Bau der Pfarrkirche St. Remigius thront auf einer Anhöhe, die nach Westen hin zu den Auen des Schwarzbachs abfällt die Kirche wurde im 12./13. Jahrhundert. gebaut und ist geprägt von einem Vortragekreuz, einem prunkvollen Taufbecken aus der Zeit um 1200 und weiteren schönen Ausstattungsstücken aus dem 15. Jahrhundert. Im 12. Jahrhundert wurde sie zunächst als einschiffige Saalkirche konzipiert, im folgenden Jahrhundert dann zur dreischiffigen Basilika ausgebaut.
In der Kirche lässt sich viel moderne sakrale Kunst finden, wie z.B. die Kirchenfenster von Jan Thron-Prikker und einige Werke von Ewald Mataré.
 

Der Barockhof Kaldenberg

4Der Hof Kaldenberg im Stadtteil Wittlaer (Einbrungen) ist eine der bedeutendsten Hofanlagen des Düsseldorfer Nordens.
Die heutigen Gebäude entstanden größtenteils im 19. und 20. Jahrhundert. Nur das Haupthaus und das Torhaus stammen aus dem Barock, das Torhaus ist auf das Jahr 1715 datiert. Der Gebäudekomplex steht seit dem 20. Februar 1984 unter Baudenkmalschutz, im Jahr 2003 wurde das gesamte Gelände unter Bodendenkmalschutz gestellt.
Das frühere Herrenhaus wurde erstmalig im 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Ritter Godert von Hanxlede, der dem Adelsgeschlecht der Hanxleden angehörte, war der erste ritterliche Bewohner. Die von Hanxleden waren vom 15. bis Ende des 17. Jahrhunderts Herren des Rittersitzes. Der letzte Hanxleden auf Kaldenberg war Johann Friedrich von Hanxler, der kinderlos verstarb und seine Nichte Catharina Angela von Himmelberg als Erbin einsetzte. Catharina war mit dem Freiherrn Hermann Gottfried von Schwatz verheiratet, er verkaufte 1710 das Herrenhaus an den Freiherrn Johann Bernhard von Francken, der die noch heute erhaltenen barocken Renovierungsarbeiten durchführen ließ.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel das Rittergut an die Stadt Düsseldorf, 1957 an die Graf-Recke-Stiftung und 1998 an die heutige Besitzerin.

 

Die Rosenstadt Angermund

5Angermund ist der nördlichste Stadtteil von Düsseldorf, er grenzt sowohl an Duisburg als auch an Ratingen. Der Name „Angermund“ leitet sich von dem Niederbergischen Wort „Angerbach“ ab. Die f≈rüher eigenständige Gemeinde Angermund wurde 1975 der Stadt Düsseldorf zugeordnet und eingemeindet. Angermund ist einer der ältesten Stadtteile Düsseldorfs, er wurde schon um 950 urkundlich erwähnt.
Angermund besitzt ein eigenes Flair und eine eigene Identität, was äußerlich auch daran ablesbar ist, dass alle Straßenschilder aus Holz mit der typischen geschnitzten Rose sind. Aus Kostengründen hätte die Stadt Düsseldorf nach der Eingemeindung 1975 diese Schilder gern gegen die üblichen Metallschilder ausgetauscht, doch die Vertreter der Stadt Angermund haben die Erhaltung der Holzschilder mit der geschnitzten Rose in den Eingemeindungsbedingungen festschreiben lassen.
Die Burg Angermund wird auch Kellnerei genannt. Die Burganlage geht auf eine staufische Gründung in 1167 bis 1191 zurück. Die Kellnerei ist eine Ringburg und einige Teile stammen auch aus dem 13. Jahrhundert. Die Anlage war im Besitz des Grafen von Berg und ein bergischer Kellner hat sich um die wirtschaftliche Verwaltung der umliegenden Gebäude gekümmert. 1635 entstand der Torbau und 1780 das Herrenhaus. Anfang der 1980er Jahre ist die Burg zu einer Wohnanlage umgebaut worden. Die Burg ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.

6Das Schloss Heltorf liegt am Angerbach und ringsherum ist ein englischer Landschaftsgarten. Das Wasserschloss wurde im 12. Jahrhundert gebaut, um die land-und forstwirtschaftlichen Güter der Umgebung verwalten zu können.  Seit 1649 ist das Schloss im Besitz der Familie von Spee. Der Schlosspark ist von Anfang Mai bis Ende Oktober geöffnet. Dort befindet sich eine der größten privaten Rhododendron-Sammlungen in ganz Deutschland sowie viele alte Bäume. Die Forstwirtschaft rund um das Schloss betreibt auch heute noch die gräfliche Familie. Die Heltorfer Schlossallee lädt zu einem Sparziergang ein. Im Schloss Stübchen gibt es Kaffee und Kuchen. Beim Schlosseigenen Hofladen gibt es regionale Produkte.
Die Hubertuskapelle in Angermund ist eine barocke Kapelle, die dem Schutzpatron der Jagdleute, dem heiligen Hubertus, unterstellt ist. Sie gehört der Pfarrei St. Remigius in Wittlaer, Dekanat Düsseldorf-Nord an und diente früher insbesondere den Jägern für Gottesdienste und Dankandachten. Sie ist heute das einzige auf dem Düsseldorfer Stadtgebiet erhaltene Beispiel für Burgkapellen vor mittelalterlichen oder barocken Rittersitzen.