Kinderbetreuung wird kontinuierlich ausgebaut

Kinderbetreuung wird kontinuierlich ausgebaut

Eine Beschleunigung der Platzvergaben wird angestrebt

Zum Start des neuen Kindergartenjahres am 1. August stehen insgesamt 25.000 Betreuungsplätze in allen Betreuungsformen zur Verfügung – von geförderten Tageseinrichtungen über nicht geförderte Tageseinrichtungen bis hin zu Spielgruppen für Kinder bis zum Schuleintritt. Damit ist die Landeshauptstadt Düsseldorf bei der Kinderbetreuung bereits gut positioniert und kann bis zum Ende des Kindergartenjahres eine Versorgungsquote von rund 45 Prozent bei Kindern unter drei Jahren und von über 100 Prozent bei Kindern von vier Jahren bis zum Schuleintritt erreichen. Auch die Tagespflege für Kinder unter drei Jahren wird weiter ausgebaut und erreicht im neuen Kita-Jahr eine Zahl von 2.500 Plätzen (aktueller Stand: 2.259).

„Wir werden weiterhin große Anstrengungen unternehmen, um die Betreuungssituation weiter zu verbessern. Als wachsende Stadt haben wir auch immer mehr Kinder in Düsseldorf, für die wir Betreuungsplätze anbieten“, macht Stadtdirektor und Jugenddezernent Burkhard Hintzsche deutlich. In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der Kinder im Alter unter drei Jahren von 17.250 auf 18.685 um mehr als 1.400 erhöht. Auch im Alter von drei bis fünf Jahren stieg die Zahl der Kinder von 16.056 auf 16.884 um mehr als 800. „Das heißt, dass wir rund 1.500 neue Plätze schaffen mussten, ohne dass sich die Versorgungsquote erhöht hätte. Doch auch die wollen wir im U3-Bereich weiter steigern“, betonte Hintzsche. Zugleich zeigte er auf, dass weiter steigende Kinderzahlen in Düsseldorf prognostiziert werden.

Die Zahl der Betreuungsplätze für Kinder mit Behinderungen steigt im neuen Kita-Jahr auf fast 600 Plätze. In mehr als jeder dritten Einrichtung wird im kommenden Kindergartenjahr ein ausgewiesenes Angebot für Kinder mit Behinderungen gemacht. Die Steigerung ist auf eine Ausweitung der Einzelintegrationsmaßnahmen zurückzuführen. Die erhöhte Nachfrage nach Betreuungsplätzen durch den Zuzug von Flüchtlingen wird auch in der Jugendhilfeplanung berücksichtigt. Mit dem weiteren Ausbau der Kinderbetreuung in Düsseldorf werden genügend Plätze für Kinder bis zum Schuleintritt geschaffen, so dass auch Flüchtlingskinder betreut werden können. Derzeit leben 1.022 Flüchtlingskinder im Alter von unter sechs Jahren in den Unterkünften. Davon sind bereits 97 Prozent (Ü3) und 32 Prozent (U3) in den Systemen erfasst. Einen Vertrag für einen Kita-Platz oder in der Tagespflege haben bereits 61 Prozent im Bereich Ü3 und 10 Prozent im Bereich U3 erhalten. Das Platzvergabeverfahren ist aber noch nicht abgeschlossen.

Neue Tageseinrichtungen 
Es entstehen kontinuierlich neue Tageseinrichtungen in Düsseldorf, um die Kinderbetreuung zu verbessern. So sind im Schnitt der letzten sechs Jahre jedes Jahr zehn neue Tageseinrichtungen in Betrieb gegangen. Auch für das Kita-Jahr 2016/17 berücksichtigt die Jugendhilfeplanung die Inbetriebnahme von zwölf neuen Tageseinrichtungen, drei weiteren Dependancen zu bestehenden Einrichtungen und fünf Ersatzneubauten. Für das Kindergartenjahr 2016/2017 stehen damit insgesamt 358 Tageseinrichtungen zur Verfügung, in denen Kinder betreut werden. Die Zahl der städtischen Einrichtungen bleibt dabei nahezu unverändert. Der Anteil der durch sie betreuten Kinder beträgt rund 30 Prozent. In den ersten Monaten des neuen Kindergartenjahres 2016/2017 werden folgende neuen Tageseinrichtungen für Kinder realisiert: Grafenberger Allee 287 mit 57 Plätzen in Düsseltal, Kavalleriestraße 6 mit 57 Plätzen in Unterbilk, Völklinger Straße 4 mit 60 Plätzen in Unterbilk, Heinegärten mit 58 Plätzen in Heerdt, Hochstraße 8a (Ersatzneubau) mit 62 Plätzen in Urdenbach und Malmedyer Straße mit 57 Plätzen in Heerdt.

Tagespflege wird ausgebaut
Das Informationssystem zur Tagespflege ist erfolgreich im zurückliegenden Kita-Jahr umgesetzt worden. Dieses System wird weiterentwickelt, damit Eltern beispielsweise die Vormerkfunktion des Kita-Navigators auch für die Großtagespflegen nutzen können. Mit der Aufnahme von Tagespflegeplätzen in den Kita-Navigator haben Eltern zukünftig auch die Option, dass ihr Kind mit drei Jahren nahtlos von der Tagespflege wohnortnah in eine Kita wechseln kann. Das führt zu einer strukturellen Stärkung der Tagespflege. Die Zahl der Kitas, die auch Ü3-Kinder aus der Tagespflege aufnehmen, wird in den nächsten beiden Jahren erheblich erhöht. Ein zentrales Ziel ist es, die Vergabeverfahren für Kinderbetreuungsplätze insgesamt zu beschleunigen. Dazu zählt insbesondere, dass es in Zukunft eine Befristung der Angebote für die Eltern gibt, binnen der sie sich für das Platzangebot einer Kita entscheiden müssen. Danach verfällt das Platzangebot, um es wieder für die Kinder anderer Eltern zu öffnen. Vor Beginn eines Kita-Jahres können so mehr Plätze frühzeitig vergeben werden. „Damit kommen wir dem Anliegen vieler Eltern entgegen, die gerne frühzeitig wissen möchten, ob und zu welchem Termin ihr Kind in einer Kinderbetreuung aufgenommen wird“, erläuterte Stadtdirektor Burkhard Hintzsche.

Johannes Horn, Leiter des Jugendamtes, erklärt: „Der Ausbau des Betreuungsangebotes ist ein kontinuierlicher Prozess, der sich in Düsseldorf aufgrund enger und konstruktiver Abstimmungen mit den freien Trägern weiterhin auf einem guten Weg befindet. Mit dem Start des neuen Kindergartenjahres befindet sich die konkrete Planung für das Folgejahr 2017/2018 bereits schon wieder in der entscheidenden Phase.“ Die Erkenntnisse, die das Jugendamt aus dem Ablauf der Platzvergabe in diesem Jahr gewonnen hat, fließen unmittelbar in diese laufenden Gespräche ein. Hierzu gehören auch Fragen zur Vernetzung von Kitas und Tagespflegestellen. Auch könnten neue Gruppenformen und -konzepte entwickelt werden. Auch die Möglichkeit, Betreuungsangebote im Umfang von 35 Stunden mit einer gesicherten Übermittagbetreuung auszuweiten, spielen eine Rolle. „Für Eltern ist entscheidend, dass das Vergabeverfahren weiter beschleunigt werden muss. Engere Fristen für den tatsächlichen Abschluss eines Betreuungsvertrages bei Vorliegen einer Platzzusage wären hier eine Option“, führte Horn aus.

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