8 August 2016

Heinrich-Heine-Institut: Neuerwerbung einer Rarität

Heinrich-Heine-Institut: Neuerwerbung einer Rarität

„Madame! Sie sind die schönste aller Frauen!“

Das Heine-Institut präsentiert ein unbekanntes Manuskript von Heinrich Heine

Das Düsseldorfer Heinrich-Heine-Institut feiert die Neuerwerbung einer besonderen Rarität für sein Archiv. Mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kulturstiftung der Länder konnte die Originalhandschrift eines frühen Gedichtzyklus‘ von Heinrich Heine erworben werden: das Autograph der ersten Fassung seines „Sonettenkranzes für Friederike Robert“. Er wurde von Heine 1844 unter dem Titel „Friederike“ veröffentlicht; das Autograph dieser frühen Fassung, 1824 in Göttingen geschrieben, galt als verschollen. Nun wurde es bei einer Auktion angeboten und konnte dank der Hilfe der beiden Fördergeber angekauft werden. Diese bisher unbekannte Handschrift des Dichters wird jetzt zum ersten Male der Öffentlichkeit präsentiert: bei einem Festakt am Donnerstag, 11. August, um 19 Uhr im Heinrich-Heine-Institut, Bilker Straße 12-14.
Der „Sonettenkranz für Friederike Robert“ ist eine wichtige Bestandserweiterung für das Heinrich-Heine-Institut mit seiner weltweit größten Sammlung von Heine-Manuskripten, nicht zuletzt weil Handschriften aus der Frühphase seiner Schriftstellerlaufbahn auf dem Autographenmarkt ausgesprochen selten sind. 1844 veröffentlichte Heine diese Sonette in abgewandelter Form im „Verschiedene“-Zyklus seiner „Neuen Gedichte“, der wegen seines freizügig erotischen Charakters für Aufsehen sorgte und von vielen Zeitgenossinnen und Zeitgenossen als skandalös empfunden wurde. Neben seiner literarhistorischen Bedeutung ist der Gedichtzyklus auch ein interessantes biographisches Dokument. Es ist in einer schönen Zierschrift angefertigt, was Heine nur selten getan hat – ein sprechendes Zeugnis seiner Verehrung für die Schriftstellerin und Gelegenheitspublizistin Friederike Robert. „Madame! Sie sind die schönste aller Frauen!“, ruft er in dem „Sonettenkranz“ aus, denn die Schwägerin von Heines „Patronin“, der berühmten Literatin und Salon-Gastgeberin Rahel Varnhagen, war in der Welt der Berliner Salons für ihre Schönheit berühmt. Heine hat ihr später in der Gestalt der „Madame“ in seinen „Ideen. Das Buch Le Grand“ eine weitere literarische Hommage gewidmet.

Zum Festakt mit der Präsentation des Autographs sprechen Prof. Dr. Frank Druffner (Kulturstiftung der Länder), Dr. Sabine Brenner-Wilczek und Christian Liedtke (Heinrich-Heine-Institut), begleitet von Klaviermusik aus der Entstehungszeit des „Sonettenkranzes“, dargeboten von Tobias Koch. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten telefonisch unter 0211.89-95571 oder via E-Mail an martina.gabriel@duesseldorf.de.